Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 5 (1899)
- Issue
- Heft 6-7 (Juni 1899)
- Article
- D. S. Crefeld
- Date
- 1899-06-01
- Page
- 380 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- chapter
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2316602-2316650-2316657--05548-2324401- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
380 )m deutschen Reich. Mit solcher gräßlichen Poesie könnte man vielleicht nicht nur die Juden, sondern auch viele andersgläubige gebildete Menschen zum Entweichen veranlassen. M. M. Crefeld. Für die Tapferkeit der dortigen Antisemiten giebt der Schluß des Berichts des „Deutschen Blattes" über die Antisemiten-Versammlung am 10. Mai beredtes Zeugniß: „Aus besonderen Rücksichten unterlassen wir es, an dieser Stelle die Namen der einzelnen Herrn Redner zu veröffentlichen; wir werden jedoch bei passender Gelegenheit darauf zurückkommen." N. K. Hamburg. Wenn die Berliner Wochenschrift „Die Gegenwart" eine Besprechung Max Bewer'scher antisemitischer „ Lenien v o n E i n e m " brachte, braucht Sie das nicht zu wundern. Das Hamburger AntisemitenblaLt hebt diese Thatsache freilich mit dem Zusatze hervor, die „Gegenwart" sei dereinst von Paul Lindau (!) herausgegeben worden, aber diese Erinnerung gehört eben der „Vergangenheit" an und verpflichtet die jetzige Redaktion der „Gegenwart" in keiner Weise. Wenn ihr die poetische Verherrlichung von „Klassen- und Rassenhaß" gefällt, so ist das ihre Sache; vielleicht lobt sie auch noch die Geisteserzeugnisse des mit Max Bewer asiociierten Fabrikanten der antisemitischen Bilderbogen, in Dresden, F. W. Glöß, der die „Tenien" verlegt hat. Ueber Geschmacksachen kann man nicht streiten. Die katholische „Köln. Volkszeitung", urtheilte über Max Bewer am 19. April wie folgt: „Ein S o n n t a g s r e i t e r auf dem Pegasus, der es nie zu einer brauchbaren Leistung bringen wird; ein Dilettant vom reinsten Wasser, ein schlechter Poet, wie neuerdings so viele auf dem Parnaß im Sachsenwald herumtrampeln, ein Anbeter von Goethe und Shakespeare, dem selber kaum ein lesbarer Vers gelingen will." Einzelne gegen das. Papstthum gerichtete Verse des Antisemiten Bewer veranlaßte den Kritiker der „Köln. Volkszeitung" zu der Bemerkung: „Rom bekommt solche Jnvektiven zu hören, daß sie sein Tod waren, wenn man an schlechten Versen sterben könnte!" Das trifft auch bei dem Judenthum zu, das von den gereimten Hetzereien weit weniger zu befürchten bat — als von den ungereimten. C. M. Altona. Die grenzenlose Wuth der antisemitischen Presse über den Ausgang des Dreyfusprozesses > macht sich in den albernsten Anklagen gegen den Kassationshof und gegen den Prästdenten Loew Lust. Dem Letzteren macht es das als Organ der Hamburg-Altonaer Antisemiten gellende „Deutsche Blatt . zum Vorwurf, daß er die „berüchtigte Bontoux-Bank" gestürzt habe: „Loew, der nicht an st and, durch Täuschung eines