Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 5 (1899)
- Issue
- Heft 6-7 (Juni 1899)
- Article
- B. L. Berlin
- Date
- 1899-06-01
- Page
- 378 (sequence 2)
- Language
- German
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378 )m deutschen Reich. semitischen Blutes" das Ablegen alttestamentlicher Namen verboten würde, dürste die Zahl der Uebertritte sich sehr verringern. Frau M. S. Berlin. Sie ärgern sich mit Unrecht darüber, daß die „Deutsche Tageszeitung" den Lustgarten als vollkommen verjudet bezeichnet«, weil angeblich die in der Nähe wohnenden jüdischen Familien „ihre hoffnungsvollen Sprößlinge mit den christlichen Dienstmädchen und Ammen" vorzugsweise dorthin senden. „Nirgends", so schreibt die „Dtsch. Tagesztg.", „fällt die jüdische Ueberwucherung gleich unangenehm auf wie hier." — Es ist doch ganz natürlich, daß es Leuten, die ihre Militärzeit in einer „fast judenreinen" sächsischen Provinzialstadt abgedient haben, unangenehm auffällt, daß die christlichen Ammen im Berliner Lustgarten beständig von jüdischen Müttern überwacht werden, welche die für die Wärterinnen und ihre Freunde gewiß störende Angewohnheit haben, häufig selbst nach ihren Sprößlingen zu sehen. E. S. Berlin. Das amtliche Kreisblatt für den Unterlahnkreis in Diez brachte kürzlich eine Aufforderung des Landraths an die Bürgermeister, ein Verzeichniß über die von den israelitischen Einwohnern ihrer Gemeinde für das Rechnungsjahr 1899 zu zahlenden direkten Staatssteuern einzureichen. Die Bemerkung der „Allg. Ztg. des Judenthums" „angesichts dieser landräthlichen Aufforderung sei die Frage wohl selbstverständlich: tzuem ad finem?" veranlaßte die Laubhütte" zu nachstehender Erklärung: „In Nassau wird als Kultussteuer ein gewiffer Prozentsatz der Staatssteuer erhoben. Der Landrath muß die Staatssteuer der Juden kennen, um sie den israel. Kultusvorstehern mittheilen zu könne n." L. O. Berlin. Die „Deutsche Zeitung" Friedrich Lange's hatte am 27. Mai eine Briefkasten-Notiz gebracht über das „Eingesandt" in Nr. 108 des „Wetzlarer Anzeiger", „in welchem der kurze Lebenslauf eines unter deutscher Firma mit der üblichen Bomben-Reklame in die Welt gesetzten jüdischen „Waarenhauses" in Citaten aus den Anzeigen der Firma gegeben wird." Diese Notiz sowie der vollständige Druck des „Eingesandt" in den verschiedenen Organen des heff. Abg. Hirsche! bezweckt offenbar «ine Verwerthung des bedauerlichen Falls zu antisemitischen Zwecken. Dazu eignet sich diese Sache aber wahrlich nicht, denn 1) ist von Seiten des Wetzlarer Handelsvereins, dem Juden angehören, gegen das unlautere Gebühren des jüdischen Inhabers der fallierten Firma energisch Front gemacht worden, 2) soll auch der Verfasser des gegen denselben gerichteten Flugblattes ein jüdischer Bürger Wetzlars sein, 3) sind es meist