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Im deutschen Reich · 1899-06-01 · Heft 6-7 (Juni 1899) · p. 377

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
5 (1899)
Issue
Heft 6-7 (Juni 1899)
Article
C. P. Berlin
Date
1899-06-01
Page
377 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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Briefkasten der Redaktion. 377 C. P. Berlin. In derselben Nr. 272 der „Deutschen Tageszeitung" vom 13. Juni finden Sie folgende Notizen: Von der „betriebsamen"Rasse. Vor etwa zwei Jahren etablierten unter der Firma Jsenthal u. Meyer in der Stralauerstrasze die Ehefrau des Kaufmanns Jsenthal und ein Fräulein Meyer ein Wüsche-Engros- Geschäft, welchem derKaufmannJsentha! als Leiter Vorstand. Nebenbei war er auch als Reisender des Geschäfts thätig. Am vergangenen Freitag gab nun an, eine kurze Geschäftstour unternehmen zu müssen. Als er aber gestern von der Tour noch nicht zurückgekehrt war, schöpfte man einen schlimmen Verdacht, der durch flüchtige Umfragen bei der^ hiesigen Kundschaft seine Bestätigung fand. Jsenthal hatte Gelder in beträchtlicher Höhe einkassiert und die Geschäftstour vorgeschützt, um ungehindert das Weite suchen zu können. Magdeburg, 12. Juni. Durchgebrannt. Der Kaufmann Keil aus Altenweddingen ist mit 57 (XX) Mk. Versicherungsgeldern und 11000 Mk. Guthaben der Magdeburger Privatbank flüchtig geworden. Er hat sich wahrscheinlich nach Amerika gewendet. Der in Wanzleben lebende Vater des Flüchtigen ist unter dem Verdacht der Beihülse verhaftet worden. Zu welcher Rasse gehören Keil Vater und Sohn uad die Redakteure der „Deutschen Tageszeitung"? G. C. Berlin. Die „Staatsbürger Zeitung" berichtete am 25. Mai: „Dem jüdischen Wucher zu steuern, der bereits so viele Existenzen untergraben hat, ist das Ziel eines Komitees, dem hochgestellte Militärs, Industrielle und Gewerbetreibende angehören. Zur Erreichung dieses Zieles wird in nächster Zeit eine Kreditgenossenschaft begründet werden. Interessenten erfahren näheres durch Herrn Paul, Berlin N., Kastanien-Allee 26." — Dem von Nichtjuden bekanntlich nicht selten getriebenen Wucher scheint danach nicht gesteuert werden zu sollen. V. L. Berlin. Die „Deutsche Zeitung" Dr. Lange's beklagte sich darüber, „daß der Landbauinspektor Albert Cohn seinen bisherigen jüdischen Namen mit dem neuen weniger verfänglich klingenden 5k a r st e n vertauscht", und meinte, „der Unfug derartiger Namensveränderungen sollte endlich einmal ein Ende nehmen." Herr Dr. Lange unterließ dabei mitzutheilen, daß Herr Cohn genannt Karsten getauft ist und daß nur bei denen, welche den Glauben wechseln, die Namensveränderung üblich ist und erleichtert wird. Wenn nach dem Wunsche des Dr. Lange den „Sprößlingen

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