Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 5 (1899)
- Issue
- Heft 6-7 (Juni 1899)
- Article
- Rheydt
- Date
- 1899-06-01
- Page
- 368 (sequence 1)
- Language
- German
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868 Im deutschen Reich. Rheydt, 2. Juni. In der am 30. v. Mts. hier stattgehablen Sitzung der StadLverordneten-Versammlung sollte über einen Nachtrag zum Gemeindebeschluß, den Schlachthauszwang betreffend, Beschluß gefaßt werden. Die jüdischen Metzger hatten gebeten, darauf Rücksicht zu nehmen, daß in den Nachbarstädten eine Beschränkung des Schächtens nicht bestehe, wodurch ihnen Nachtheile erwüchsen. Die Schlachthof-Kommission zeigte sich geneigt, daß den jüdischen Metzgern bei großem Bedarf an geschachtetem Fleisch gestattet werden solle, ihren Bedarf auswärts zu decken und das geschächtete Fleisch einzuführen. Nach kurzer Berathung erfüllte die Versammlung aber den schriftlich kundgegebxnen Wunsch des Vorsitzenden der Schlachthoi-Kommission, des. Beigeordneten Martin, die Beschlußfassung zu vertagen. H Hamburg, 2. Juni. In der Nacht zum 20. Mai d. I. sind auf dein jüdischen Friedhofe zu Harburg a. Elbe etwa 20 Leichensteine theils umgeworfen, theils zertrümmert worden. Der Thäter, auf dessen Ermittelung der jüdische Gemeindevorstand eine Belohnung von 50 Mk. ausgesetzt hat, ist noch unentdeckt. O Altona, 4. Juni. Der Gesammtvorstand der Ortsgruppen I und II im deutsch-nationalen Handlungs gehülfen- Verbande hatte eine Erklärung erlassen, in welcher er sich darüber beschwerte, daß die „Deutsche Wacht" Berichte über seine Versammlungen unter der Rubrik ^,Parteibewegung" veröffentlichte, während er doch „keineswegs einen Bestandtheil der Reformpartei bilde". Die „Deutsche Wacht" verbat ftd) die Einmischung in ihren Redaktionsbetrieb und fügte hinzu, daß ihre Thätigkeit nicht einseitig dem deutsch-nationalen Handlungsgehilfen-Verbande, sondern dem gesummten Mittelstände diene. Das Organ der hiesigen und der Hamburger Antisemiten, Golle's „Deutsches Blatt", nahm darauf die Partei des Verbandes, indem es sich dahin äußerte: „Darin geben wir Ihnen vollkommen Recht, daß die Behauptung der „Deutschen Wacht": Es gab eine Zeit, wo der allgemein angefeindete Verband sehr gern den Schutz unserer Parteipresse suchte rc." nicht ganz zutreffend ist. Im Uebrigen sind wir der Meinung, daß die Zwistigkeiten, die zwischen dem Verband und der „Deutschen Wacht" entstanden sind, leicht beseitigt werden können. Es wird dann allerdings nothwendig sein, daß man in Dresden neben dem urbar gemachten Felde des Mittelstandes auch den rauhen Boden des sozialen Gebietes etwas mehr als bisher pflügt". — Da möchte man Worte Schillert variierend sagen: „Glück zu dem Frieden, den das „Deutsche Blatt" stiftet!" n Frankfurt a. M., 7. Juni. Die „Frankfurter Ztg."