Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 5 (1899)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1899)
- Article
- A. S. Darmstadt
- Date
- 1899-05-01
- Page
- 302 (sequence 2)
- Language
- German
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302 Im deutschen Reich. furter Antisemiten im Flora-Saale abgehaltenen Versammlung theilte Herr Privatier Hettler mit, daß dem Besitzer des „judenfreien Gasthofes ssum Kölner Hof" vom Frankfurter Gewerbe- und Verkehrsamt ohne Angabe von Gründen die Erlaubniß verweigert worden sei, den Bürgersteig vor seinem Hotel zu Wirthschaftszwecken mit Tischen und Stühlen zu besetzen — eine Erlaubniß, die ihm in früheren Jahren gegen entsprechende Bezahlung anstandslos «rtheilt wurde, und die auch seinen Nachbarn zu beiden Seiten in diesem Jahre ohne Umstände ertheilt worden ist. Herr Laaß will sich diese Schädigung seines Geschäftsbetriebs nicht gefallen lassen, sondern den Beschwerdeweg bis zur höchsten Instanz beschreiten. DLcherscha«. Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur. Herausgegeben vom Verbände der Vereine für jüdische Geschichte und Literatur in Deutschland. II. Bd. Berlin 1899. Verlag von Albert Katz. Der zweite Band des vorliegenden Jahrbuchs verdient ebenso wie der erste, auf den im Dezemberhefte verwiesen wurde, in unserer Zeitschrift erwähnt zu werden. Auch diesmal wird das Jahrbuch von einem politischen Rückblicke Professor Martin Philippson's und einer literarischen Jahresrevue von Gustav K a r p e l e S eröffnet. Aus der uns besonders interessierenden politischen Betrachtung sei erwähnt, daß auch nach Philippson's Ansicht der Antisemitismus in Deutschland als politische Partei im Rückgänge begriffen, aber doch leider keineswegs im Schwinden ist. „Wir dürfen nicht vergessen," heißt es, „daß das große Heer unserer stillen mit feinstem Kulturlack übertünchten Gegner weit bedrohlicher für uns ist, als die offenen plumpen Widersacher mit ihrer Rohheit und ihrem widerlichen Lärmen, die schließlich nach oben und unten hin verstimmten." Unter den Organisationen, welche das deutsche Judenthum gegen die äußeren und inneren Gefahren geschaffen hat, nennt Philippson auch den Central-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens. Nur wird mit Unrecht unserem Vereine nur die Abwehr gegen die äußeren Feinde zugeschrieben,' da er auch eine erziehlich