Mannheim
Compact Memory

Im deutschen Reich · 1899-04-01 · Heft 4 (April 1899) · p. 242

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Im deutschen Reich
Volume
5 (1899)
Issue
Heft 4 (April 1899)
Article
A. D., Hamburg
Date
1899-04-01
Page
242 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
chapter
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2316602-2316650-2316655--05297-2324076
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

242 Im deutschen Reich. klarlicher mache. Wir wußten, daß Herr August Sußmanir kein Jude ist; unsere Nachfragen in Leipzig ergaben außerdem, daß er aus einer seit vielen Jahren in Leipzig ansässigen christlichen Familie stammt. B. S. Altona. Die in dem dortigen antisemitischen „Deutschen Blatt" am 15. März veröffentlichte Notiz aus Lübeck enthält insofern etwas Wahres, als der betreffende Gesindevermiether, nachdem er dem Landwirth trotz aller Bemühungen keine Dienstmagd zu schaffen vermocht hatte, C>:i Mk. nicht sofort zurückgescmdt hat. . Die Rücksendung erfolgte aber nach kurzer Frist und ohne daß erst polizeiliche Hilfe angesprochen werden mußte. Die gegentheilige Behauptung des Antisemitenblattes ist offenbar falsch, weil eine polizeiliche Anzeige die sofortige Konzessions-Entziehung zur Folge gehabt hätte. Echt antisemitisch ist die völlig unberechtigte Ausdehnung des Einzelfalles aus alle jüdische Gesindevermiether in Lübeck, von denen man auf Grund zuverlässiger Angabe nruhig behaupten kann, daß sie sich der Zufriedenheit ihrer Kundschaft erfreuen. 3. M. Dresden. Wir danken Ihnen für vie gefällige Uebersendung der „Sachs. Arbeiter-Zeitung" vom 7. v. M. und drucken hier die betreffende Notiz ab: „Die „Deutsche Wacht" tischte ihren Lesern in der Neujahrsnummer eine Schauergeschichte auf; ein Jude sollte das Weihnachtsfest dadurch entheiligt haben, daß er einen harmlosen Christen durchgeprügelt und in der unanständigsten Weise behandelt hätte. Die gruselige Geschichte hatte in Kleinzschachwitz gespielt, deren Held sollte der jüdische Hausbesitzer Meier sein. Damit ist .die „Wacht" aber schön hereingefallen. Der Herr Meier war gar nicht Jude, sondern ein echter Christ, vielleicht gar Antisemit; wenigstens bestreitet er ganz entschieden, ein Jude zu sein; auf eine Anfrage der „Zeitschrift des Central-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens" schreibt Herr Meier: „Artikel entbehrt der Wahrheit. Uebrigens bin ich kein Jude, sondernMhrist, wie aus dem Geburtsschein, Konfirmationsschein und Militärpaß hervorgeht." Daraufhin schickte ein Herr I., der uns auch genannte Zeitschrift übermittelte, eine Berichtigung an die „Wacht"; die Aufnahme dieser Berichtigung abzulehnen, dazu waren• die Herren aus der Zirkusftraße juristisch berechtigt; Anstandspflicht aber wäre es gewesen, wenigstens Notiz von der Thatsache zu nehmen, daß der geschmähte Hausbesitzer kein Jude war. Was aber thut die „Wacht"': sie erwähnt nicht nur mit keinem Worte, daß diese Geschichte in Kleinzschachwitz im wesentlichen unrichtig ist, sondern beschimpft auch den Einsender dieser Berichtigung im Briefkasten unter voller Namens-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.