Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 5 (1899)
- Issue
- Heft 4 (April 1899)
- Article
- Frau R. M., Berlin
- Date
- 1899-04-01
- Page
- 240 (sequence 2)
- Language
- German
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240 Im deutschen Reich. echt antisemitisch, wieder die Juden von den Deutschen unterscheidet. D. C.Magdeburg. Die Geschäfte in den antisemitischen Badeorten scheinen nicht besonders gut zu gehen, so daß man in einzelnen dieser Orte bereits wieder gern jüdische Badegäste heranlocken oder auch sich der durch den Antisemitismus entwertheten Grundstücke entledigen möchte. Am 7.Februar befand sich in der „StaaLsbürger-Ztg." folgendes Inserat: „In „Judenreinem" Thüringer Wald, Badeort Tabarz, ist die konkurrenzlose Badeanstalt bei 7000 Mark Anzahlung zu verkaufen. Lehrer Cramer, Gr.-Tabarz." — Wollen Sie diesem „menschenfreundlichen" Lehrer ein Angebot machen? Wir sind davon fest überzeugt, daß er einem jüdischen Käufer gegenüber kein Borurtheil zeigen wird! V. N., Breslau. Der das Blut geschachteter Thiere betreffende dortige Erlaß bedeutet durchaus kein Entgegenkommen gegen die Wünsche der unter der Maske des Thierschutzes wühlenden antisemitischen Schächtgegner. Die Sie beunruhigende Bemerkung der „Kreuz-Ztg." veranlaßte die „Jüdische Presse" zu einer Darlegung, in der gesagt wurde: „In Wirklichkeit besteht eine analoge Verfügung auf dem hiesigen Schlachthofe schon seit einem Jahrzehnt; es wird dabei von der .Thatsache ausgegangen, daß bei den krampfartigen Kontraktionen, welche als eine Folge der vehementen Blutentleerung nach dem Schächtschnitte austreten, zuweilen ein Theil des Mageninhalts durch die Speiseröhre ausgestoßen wird und mit dem Blute vermischt dieses zur menschlichen Nahrung ungeeignet macht. Da die hiesigen Großschlächter fast durchweg mit dem Halsschnitt töten, wird das ganze auf dem hiesigen Schlachthofe gewonnene Blut lediglich zur Herstellung von Albumin verwendet. Mit der „Schechitah" an sich hat die Verfügung daher nicht das Mindeste zu thun, was, um Irreführungen vorbeugen zu können, zu wissen gut ist." 2. F. Crefeld. Strafe hat Graf P ü ck l e r sicher verdient, aber in der dortigen Crefelder „Deutschen Zeitung" von Artur P—r (auch Pückler?) derartig angesungen zu werden, ist eigentlich auch schon Strafe. „Artur" besingt seinen Namensvetter u. a. wie folgt: Wie es auch komme, Graf, steh' felsenfest! — Wir seh'n dein Herz im tiefsten Schmerze bluten, — Wir wissen wohl, wie schwer sich's stehen läßt — Im Kampfe gegen Lumpenpack und Juden! . Auf „bluten" würde „Puten", „Stuten", „tuten" sich besser reimen als „Juden" — am besten: Ruthe n! (4. L» Frankfurt a. M. Die „Germania" ließ sich aus Heidelberg berichten, daß an dem dort neugebildeten Landgerichte von den ernannten beiden Räthen und beiden Richtern je einer Jude