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Im deutschen Reich · 1899-04-01 · Heft 4 (April 1899) · p. 238

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
5 (1899)
Issue
Heft 4 (April 1899)
Article
O. D. Berlin
Date
1899-04-01
Page
238 (sequence 2)
Language
German
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238 3m deutschen Reich. verhaftet." Nach den glaubwürdigen Berichten deS „Mainzer Tageblattes" und deS „Mainzer Anzeigers" hat der jetzt in Haft befindliche Besitzer der Wirthfchaft zur „Ludwigsbahn", Matthias Ruß, in das Zimmer des 15 jährigen Mädchens Helene Nühl eindringen wollen, sich übrigens auch nach dem Unglücksfall äußerst roh benommen und wird sich wegen „Nöthigung" zu verantworten haben. Er ist aber kein Jude,-sondern Katholik und die „Deutsche Tageszeitung" wird auch seine Abstammung nicht als eine jüdische Nachweisen können. Es giebt außerdem in Süddeutschland keine oder doch nur sehr wenige jüdischen Bierwir 1 he; der Borname Matthias ist unter den süddeutschen Juden auch kaum zu finden! M. N. Berlin. Die Redaktion der „Mittheilungen" erklärte bereits im Briefkasten der Nr. 14 vom 8. April: „Die von uns der Wiener „Neuzeit" (nicht der „Oesterreichischen Wochenschrift") entnommene Mittheilung, daß Kipling Jude sei, hat sich als unbegründet herausgestellt." M. «♦, Berlin. Der Gesellschafter des in Konkurs gerathenen Feuerwerkökörper-GeschäflS in der Wilhelmstraße, welcher am 8. März d. I. wegen Betruges zu 6 Monaten Gefängniß verurtheilt wurde, ist trotz seines bei Juden häufig vorkommenden Namens Christ. Daß die „Staatbürger-Ztg." in ihrem Gerichtszeitungs-Theil durch ein dem Namen beigefügtes Ausrufungszeichen das Gegentheil anzudeuten versucht, beweist nichts. Sie kann der Versuchung niemals widerstehen, alle zum Christenthum übergetretenen Söhne jüdischer Eltern, oder auch anderer Christen mit alttestamentlichen Namen, sobald sie etwas Schlechtes verüben, auf eigene Faust zum Juden zu machen. . Wir aber vertreten grundsätzlich den Standpunkt, daß diejenigen, welche zum Christenthum übergetreten sind, uns nichts mehr angehen, daß wir uns ihrer etwaigen Erfolge nicht zu rühmen haben, daß man sie uns aber, wenn sie abwärts gleiten, nicht an die Nockschöße hängen darf! A. K. Berlin. Das „Berliner Blatt" vom 10. März hatte der „Gegenwart" eine Zusammenstellung von Pseudonymen angeblich jüdischer Schriftsteller nachgedruckt und dabei besonders betont, daß die „Gegenwart" eine „liberale" Wochenschrift sei. Gleichviel ob diese letztere Behauptung zutrifft, war es bemerkenswert, daß in dieser Liste nicht nur die christliche Romanschriftstellerin Vely, sondern auch der antisemitische Schriftsteller Ottomar Beta (Bettziech) und der konservative sächsische Redakteur Moritz Lilie (L. v. Chemnitz) den Juden zugezählt wurden.

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