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Im deutschen Reich · 1899-04-01 · Heft 4 (April 1899) · p. 219

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
5 (1899)
Issue
Heft 4 (April 1899)
Article
Thorn
Date
1899-04-01
Page
219 (sequence 2)
Language
German
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Korrespondenzen. 219 Wahrscheinlich hat er angenommen, daß man ihn bei dem Erhängungsversuch betreffen würde. Gesucht wurde nach B. drei Stunden; gegen 5 Uhr fand man ihn dann als Leiche." Die an diesen traurigen Fall geknüpften Bemerkungen der „Thorner Preffe" berühren deshalb besonders peinlich, weil damit der von dem Bruder des Musketiers B. beantragten strengen.Untersuchung des Falls vorgegriffen wird. chh Neustadt (Westpr.), 3. April. Der Graudenzer „Gesellige" hatte kürzlich berichtet, daß bei der Ersatzwahl eines Stadtverordneten sämmtliche hiesigen jüdischen Wähler dem Kandidaten der katholisch-polnischen Partei, Rechtsanwalt Neumann, ihre Stimmen gegeben hätten, trotzdem erst drei Monate vorher ein jüdischer Bürger L. auf Grund vorheriger Besprechungen mit Unterstützung der deutschen Partei zum Stadtverordneten gewählt worden sei. Die letztere Behauptung ist insofern zutreffend, als damals von 43 abgegebenen Stimmen 42 auf L. sielen, für den auch die deutsche Partei eingetreten war. Unzutreffend ist aber, daß der jetzt zum Stadtverordneten gewählte Katholik Neumann wegen seiner angeblichen polnischen Nationalität gewählt worden sei. Die vier jüdischen Wähler, welche ebenso wie mehrere evangelische Wähler der ersten Abtheilung für den Rechtsanwalt Neumann stimmten, haben sich weder durch die Konfession noch durch dieNationalität des Kandidaten, sondern nur dadurch bestimmen lassen, daß sie ihn als einen tüchtigen Vertreter der bürgerlichen Interessen schätzten. n Vraunschweig, l. April. Auf Ersuchen des Landrabbiners Dr. Rülf hat in Bad H a r z b u r g der Magistrat in das Statut über das Tödten des Schlachtviehs die Bestimmung ausgenommen, daß das Schächten der Thiere nach jüdischem Ritus gestattet sei. chß Hamburg, 2. April. Vor Kurzem hielt hier bei Tütge, Valentinskamp, der Führer der National-Sozialen, Pfarrer a. D. Naumann, einen Vortrag über das Thema „Sozialreform und Weltmachtpolitik". In der sich anschließenden Diskussion unterwarf der Antisemit Franz Schneider die Stellung der National-Sozialen zu einer Reihe von akuten politischen Fragen einer scharfen Kritik. Aus seiner Rede citiert das antisemitische „Deutsche Blatt" . u. A. Folgendes: „Inwieweit es den National-Sozialen gelungen sei, das Wohlwollen unsrer lieben Mitbürger von der „dritten Konfession" zu erwerben, davon zeuge die Thatsache, daß der Central-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens sich bereits mit der Frage beschäftigt habe, die Naumann'sche Bewegung offiziell zu unterstützen." Die Redaktion fügt dieser selbstverständlich völlig unbegründeten Be- 15'

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