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Im deutschen Reich · 1899-03-01 · Heft 3 (März 1899) · p. 173

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
5 (1899)
Issue
Heft 3 (März 1899)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1899-03-01
Page
173 (sequence 10)
Language
German
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Vereins» achrichten. 173 richtsdirektor Blümcke - Danzig sei jedoch der Vorstand der Ehre einer Antwort seitens des Ministers nicht theilhastig geworden; er habe sich aber mit dem Bewußtsein getröstet, seine Schuldigkeit gethan zu haben. Der Redner erörterte hierauf die Frage der jüdischen Lehrkräfte in den Berliner Gemeindeschulen, bei deren Behandlung nicht nur dem von dem Kultusminister gedeckten Provinzial-Schulkollegium, sondern den liberalen Parteien selbst gegründete Vorwürfe zu machen seien. Dieselben hätten verkannt, um was es stch handelt, verkannt, daß, wenn zwanzig Lehrerinnen trotz glänzender Zeugnisse nur wegen ihres Religionsbekenntnisses brodlos gemacht wurden, es sich nicht nur um einzelne Personen, sondern um Antastung eines Prinzips handelte, für welches die Liberalen eintreten mußten, wenn sie noch liberal genannt werden wollten. (Lebhafte Zustimmung.) Als es sich um eine so eminent liberale Sache, um den Schutz der städtischen Selbstverwaltung handelte, hätte von den christlichen Stadtverordneten außer Hermes * kein einziger das Wort ergriffen. Des Wartens nur allzu gewohnt, war man geneigt, auch hierbei zu warten, bis der Minister Bescheid ertheilen werde. Unter solchen Verhältnissen sei es Pflicht der Juden, in jeder Vereinigung die Gemüther scharf zu machen gegen den Versuch, die jüdischen Lehrerinnen zu Lehrkräften zweiten Grades zu erniedrigen, denn wenn dieser Ansturm gelänge, würden die Judengegner zweifellos noch weiter Vorgehen!" (Lebhaftes Bravo!) Ter Redner streifte dann noch die Frage der Kollektiv - Beleidigungen, welche einer günstigen Lösung entgegengehe, da die jüdischen Geschäftsleute m Hagen i. W. eine Berurtheilung der Führer deü dortigen deutsch-sozialen Reformvereins erzielten, der Abg. Hirschel aus Lffenbach wegen Beleidigung jüdischer Richter in Frankfurt a. M. verurtheilt wurde und die Staatsanwaltschaft in Hannover, nachdem das dortige Landgericht in der Sache Oehlmann und Genossen trotz einer berichtigenden Neichsgerichtsentsckeidung wiederholt ein freisprechendes Unheil gefällt hatte, Revision einlegte, durch welche die Sache Eiide März nochmals beim Reichsgericht zur Verhandlung kommen wird. An einer ganzen Reihe von Fällen wies der Redner nach, wie die antisemitische Preffe durch Verdrehung der Thatsachen die Juden verleumde und, wo es nur irgend - angehe, diesen die Delikte von Nichtjuden in die Schuhe schiebe. Der Vorsitzende erwähnte ferner einzelne antisemitische Ver suche, die Juden aus den Kriegervereinen auszuschließen, sowie eine von dem Pariser „Temps" veröffentlichte Notiz über eine dem Central- Vereine fälschlich zugeschriebene Eingabe an den Bundesrath; diese Notiz wurde in der „Frankfurter Ztg." als vollständig erfunden k-

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