Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 5 (1899)
- Issue
- Heft 3 (März 1899)
- Article
- Oppeln
- Date
- 1899-03-01
- Page
- 161 (sequence 2)
- Language
- German
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Korrespondenzen. 161 hat den Kgl. Gymnasialdirektor Dr. May veranlaßt, auf Grund eingehender Untersuchung" öffentlich zu erklären, daß diese Nachricht „völlig auS der Luft gegriffen fei, da weder Lehrer noch Schule von einem derartigen Verbote Kenntniß haben." Thatfächlich hat der einzige evangelische Lehrer am Gymnasium sofort versichert, keine derartige Aeußerung gethan zu haben und von den Schülern aller Klaffen ist die Frage, ob sie überhaupt eine ähnliche Aeußerung gehört, einstimmig verneint worden. L Crone a. Br., 4. März. Von dem Kaiser ist der taubstummen Jeanette Cohn, hier, eine Nähmaschine als Geschenk übersandt worden. P Nogase», 3. März. Der langjährige Stadtverordnete Kirschner wurde zum Ehrenbürger unserer Stadt ernannt. Ostrowo, 10. März. Die hiesigen städtischen Behörden beschlossen einstimmig, die Straße hinter der Synagoge zu Ehren des 1884 verstorbenen Rabbiners Dr. Freimann „Freimann- Straße" zu nennen. In unfern Tagen ist ein solcher Beschluß mit besonderer Genugthuung zu verzeichnen, zumal der Antrag von christlicher Seite ausging und beide städtische Körperschaften nur wenige Juden zählen. gj Mühlhausen» 4. März. Die Wahl des jüdischen Stadtverordneten L. Opps zum V o r st e h e r hat die Antisemiten veranlaßt, Mühlhausen als eine „verjudete Stadt" zu bezeichnen. Die „Nordhauser Ztg." bemerkte dazu: „Die Reichshauptstadt Berlin wird von dieser bankerotten Partei schon lange so tituliert. Hätten sich die „Deutsch - sozialen Blätter" vor der Aufnahme des Artikels etwas näher informiert, so würde dieselbe vielleicht unterblieben sein,' vielleicht auch nicht. Dem Stadtverordneten-Kollegium in seiner Majorität kann es recht sein; es läßt sich nicht dadurch beirren, weiß es doch genau, wer diese sonderbaren Herren sind. Man hat bisher wenig Notiz von ihnen genommen und wird es in Zukunft so weiter halten." L. Kreuznach» 9. März. Der hiesige Berichterstatter der Berliner „Staatsbürger Ztg." ist offenbar ein „erfindungsreicher Odysseus"! Am 16. Februar veröffentlichte das Berliner Antisemitenblatt nachstehende Notiz aus Kreuznach: „Das Gesuch jüdischer Händler um Verlegung des Herbstmarktes, der diesmal auf hohe jüdische Feiertage fällt, ist von der zuständigen Behörde mit dem Bemerken abgewiesen worden, daß die Märktetage in den Kalender ausgenommen sind und die Markthändler sich nach dem Kalender richteten. Endlich doch einmal eine richtige Antwort auf die jüdische Anmaßung." — Diese Freude Set Antisemiten war verfrüht. Die