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Im deutschen Reich · 1899-02-01 · Heft 2 (Februar 1899) · p. 106

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
5 (1899)
Issue
Heft 2 (Februar 1899)
Article
Elbing
Date
1899-02-01
Page
106 (sequence 2)
Language
German
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106 Im deutschen Reich. Schutzjuden) entstammt. Sein Großvater diente schon auSgangK des vorigen und Herrn Müller's Vater, der in Stuhm ansässig war, zu Anfang dieses Jahrhunderts in der preußischen Armee, und ebenfalls im 33. Infanterie-Regiment. Der Truppentheil lag damals in Graudenz in Garnison, wo Herr Müller (Vater) 1817 die Qualifikation eines Regiments-Fechtmeisters errang." chfi Bernburg, 1. Februar. Vor Kurzem wurde hier unter dem Namen „B r ü d e r v e r e i n" ein „Verein für jüdische Geschichte und Literatur" begründet, dem bis jetzt 55 Mitglieder der hiesigen Gemeinde beigetreten sind. Den Reigen der Vortragenden Redner eröffnete unser Rabbiner, Herr Dr. Flaschner, mit dem Thema: „Ein Gang durch die jüdische Geschichte und Literatur." Zu weiteren Vorträgen haben sich in dankenswerter Bereitwilligkeit die Herren Dr. Freudenthal-Dessau und Dr. Seligkowitsch-Coethen zur Verfügung gestellt, welche Anfang März resp. Anfang April hier sprechen werden. Vorsitzender des Vereins ist Herr Moritz Schwab, an den event. Zuschriften zu richten sind. X Dresden, 3. Februar. Auf der Tagesordnung des hiesigen Stadtverordneten-Kollegiums stand am 12. v.Mts. das Naturalisalionsgesuch eines hierwohnenden jüdischenKaufmannes aus Oesterreich. Von dem referierenden Ausschüsse war dasselbe für unbedenklich erklärt worden. Im Laufe der Debatte über dieses Gesuch wurde aber die Prinzipfrage aufgeworfen, ob man der Naturalisation ausländischer Juden zustimmen sollte oder nicht. Im Anschluß hieran ergab die Abstimmung, daß dem Gesuch die Genehmigung versagt wurde. Wenn man dies mit der Thatsache zusammenhält, daß die Antisemiten die Wahl des zu ihrer Partei gehörigen Baumeisters Hartwig zum Vizevorsteher der Stadtverordneten durchsetzten, kann man sich über derartige Beschlüsse nicht wundern. Längere Zeit hindurch war in aufgeklärten Zeiten in Dresden der Vorsteher der dortigen jüdischen Gemeinde, Rechtsanwalt Emil Lehmann, Vizevorsteher der Stadtverordneten! — Ein hiesiges Blatt berichtete, daß wegen der antisemitischen Stellungnahme der Stadtverordneten - Versammlung nachträglich die Zurücknahme eines jüdischen Vermächtnisses an das Armenamt im Betrage von 260 000 Mark erfolgt sei. Der frühere Lotteriekollekteur Ferdinand Ascher in Dresden hat thatsächlich kurz vor seinem Tode sein Testament geändert und statt seiner Vaterstadt Dresden die dortige israelitische Religionsgemeinde zu seiner Universalerbin gemacht. n Zittau i. 5. Februar. Wie die „Zittauer Morgen-Ztg." berichtet, erregt in E b e r s b a ch i. S. der dort über das Vermögen

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