Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 5 (1899)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1899)
- Article
- Kolmar (Posen)
- Date
- 1899-02-01
- Page
- 105 (sequence 2)
- Language
- German
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Korrespondenzen. 105 jähriger Thätigkeit als Beigeordneter sein Amt niederlegte, ist in Anerkennung seiner verdienstlichen Wirksamkeit der Kronenorden 4. Klaffe verliehen worden. K Elbing, 6. Februar. Die konservative „Elbinger Zeitung" hat kürzlich (in der Nr. 299 Jahrg. 1898) in einem Leitartikel die Tapferkeit eines Soldaten rühmend hervorgehoben, des jetzigen Repräsentanten der hiesigen jüdischen Gemeinde und Vorstandsmitgliedes des Elbinger Kaufmännischen Vereins, A. M ü l l e r. In dem Artikel wurde nämlich u. A. gesagt: „Die 33er, das ostpreußische Regiment, dem zum Andenken an den ehem. preußischen Kriegsminister der Name „von N o o n" beigelegt wurde, begeht am 6. März 1899 sein 150 jähriges Bestehen. , Das Regiment hat eine ruhmreiche Geschichte." Der Artikel erwähnt sodann die für das Regiment besonders denkwürdige Schlacht an der Hallue, welche am 22. und 23. Dezember 1870 ausgekämpft wurde und berichtet nach einem Buche: „Wie wir unser Eisern Kreuz erwarben" Folgendes: „Am 23. Dezember in der Schlacht an der Hallue. Ouerrieux war genommen und eben auch waren die Franzosen aus Pont Noyelles zu» rückgetrieben, als die 33er von den Höhen nördlich dieses Ortes Artillerie- und Gewehrfeuer bekamen. „Kinder, heute ist ein Tag für die Ostpreußen! Entweder das Hölzerne oder das Eiserne Kreuz!" Mit dem Rufe stürmte der Füsilier Alexander Müller einer Abtheilung von etwa 30 Mann des Schützenzuges der 5. Kompagnie voraus und einer Anhöhe zu, die von feindlichen Geschützen gekrönt war. Vizefeldwebel Kiefing, der Zugführer, hatte wohl eigentlich beabsichtigt, am Abhange vorläufig Deckung zu nehmen, nun aber ging's zum Angriff, und — der gelang — unter Hurrah wurde die Stellung genommen — der Feind floh. Ein Geschütz blieb in den Händen der Schützen, und der Füsilier Müller, der eigentliche Urheber des kühnen Anlaufes, gegen große Uebermacht, vernagelte selbst das Geschütz durch Eintreiben eines Entladestockes in das Zündloch, den er dann abbrach. Von den 30 Mann kamen nur 10 zurück, denn bald erkannte der Feind die Schwäche der muthvollen Schaar und rückte von neuem vor. Viele der tapferen Ostpreußen ruhten bald unter dem hölzernen Kreuze — nach ehrenreichem Soldatentode. Alexander Müller aber, der bei Gravelotte durch einen Granatsplitter verwundet, erst kürzlich geheilt von Köln zurückgekehrt war, wurde mit dem Eisernen belohnt und lebt als Kaufmann in Elbing." — Das konservative Blatt fügt hinzu: „Erwähnenswerth dürfte noch sein, daß Herr Alexander Müller, unser Mitbürger, einer alten jüdischen M i l i t ä r s a m i l i e (den damals sogenannten