Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 5 (1899)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1899)
- Article
- Glogau
- Date
- 1899-02-01
- Page
- 104 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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daran folgende Blasphemie: Es werde sich „jetzt darum handeln, ob Gott der Herr weiter auf Erden regieren wird, oder ob der Satan und sein Werkzeug, die Juden, die Herrschaft bei uns antreten werden, ob Himmel oder Hölle, ob Tod oder Leben von der Menschheit angenommen werden wird — das ist die Judenfrage" .... „Schon schwanken die Throne der Kaiser und Könige bedenklich (!) und die Zeit ist nicht mehr fern, wo der jüdische Usurpator proklamiert werden wird und Cohn I. den Thron von Europa besteigt." Der edle Graf erklärte dann unter dem Ruf: „Nieder mit Israel": Der Tag der Abrechnung ist gekommen. „Der Deutsche ist gutmüthig und geduldig, freundlich und langmüthig lange Zeit; aber wenn sein Zorn einmal erwacht, dann ist er furchtbar und nicht mehr zu bändigen, dann erhebt er die gewaltige Rechte zum Schlage und drischt und drischt und drischt so lange, bis es nichts mehr zum Zerhauen giebt." — Charakteristisch ist, daß dieser gräfliche „Drescher" Amtsvorfteher des Bezirks Klein-Tschirne im Kreise Glogau ist, und daß selbst das katholische Blatt „Germania" von diesem seltsamen Gesetzeswächter schreibt: „Das ist wohl das A e r g st e und — — — — Gefährlichste, was jemals auf dem Gebiete des Antisemitismus geleistet worden ist: Aufforderung zu Gewaltthätigkeiten gegen eine Bevölkerungsklasse in aller Form!" H Oppeln, 2. Februar. Dem Dirigenten des jüdischen Waisenhauses in R y b n i k ist von der hiesigen Kgl. Regierung, Abtheilung für Kirchen- und Schulwesen, Nachstehendes mitgetheilt worden: „Ihr an das Ministerium für Landwirthschaft in Berlin gerichtetes Gesuch vom 21. August d. I., betreffend die Ausbildung von jüdischen Lehrern in der Obst- und Gartenbau künde, ist von dem Herrn Kultusminister an uns zur Bescheidung abgegeben worden. Zur Förderung des Obst- und Gartenbaues, sowie der Bienenzucht in den Schulen des hiesigen Bezirks stehen uns Fonds zur Verfügung. Auch werden an dem pomologischen Institut zu Proskau alljährlich zweimal für Volksschullehrer Kurse in der Obst¬ und Gartenbaukunde abgehalten. Wenn jüdische Schulen und Volksschullehrer unseres Bezirks bisher hierbei nicht berücksichtigt sind, so liegt dies an dem Mange! an Anträgen seitens der.Betheiligten. Wir stellen Ihnen anheim, die Betheiligten zur Stellung geeigneter Anträge zu veranlassen. Wir werden alsdann nach Lage unserer Fonds auch die jüdischen Schulen und Volksschullehrer berücksichtigen." H Kolmar (Posen), 2. Februar. Dem stellvertretenden Bürgermeister Samuel K i r s ch st e i n , der nach fünfundzwanzig-