Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 5 (1899)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1899)
- Article
- D. H. Chemnitz
- Date
- 1899-01-01
- Page
- 62 (sequence 2)
- Language
- German
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«2 3m deutschen Reich. verständige in der Verhandlung den Gesammtwerth der Maaren auf höchstens 19 Mk. tarierte.]] Den offenbarer Betrug charakterisiert am besten das Beispiel, daß in Haselbach ein Käufer thatsächlich für dieselben Maaren volle 70 Mk. ■ bezahlte. Um den Käufer von dem hohen Werth der Maaren zu überzeugen, wurde irgend eine Person genannt, die „soeben" oder „vorhin" 100 Mk. für dieselben Maaren bezahlte, Manipulationen, wie sie betrügerischer nicht gedacht werden können. Wir wollen noch hinzusügen, daß je ein Handtuch thatsäch» lich den Werth von 30 Pf. und die Schlafdecke einen solchen von 3,50 Mk. hatte. ES geht daraus deutlich hervor, daß die Händler mit den äußerst niedrigen Preisen den Anschein erwecken wollten, als ob der Herrenstoff auch nach diesem Verhältniß im Preise herabgesetzt wäre." — Der wegen Betruges verurtheilte Handelsmann Giese ist evangeli sch, war niemals Jude und stammt auch nicht von Juden. Ohne das Wörtchen „jüdisch" hätte die „Deutsche Wacht" sich für diese Freiberger Gerichtsverhandlung sicher gar nicht intereffiert; wer es wider besseres Wissen eingeschoben hat, ist uns natürlich unbekannt. Kücherschau. Wegweiser für den jüdischen Religionsunterricht» herausgegeben von vr. M. Spanier und E. Flanier. Heft 1. Preis 65 Pf. Verlag von E. Thiele, Berlin 0, Schillingstr. 18. Dieses Heft enthält Abhandlungen, Lehrproben und bibliographische Mittheilungen. Bei der Ausdehnung und verschiedenen Gestaltung des jüdischen Religionsunterrichts ist das Unternehmen mit Freude und den besten Wünschen für sein Gedeihen zu begrüßen. Die Herausgeber sind sicherlich von der Absicht erfüllt, nur Gutes und Mustergiltiges zu bieten oder zu erstreben. Daß ihnen das nicht immer gelingen wird, zeigt in einzelnen Theilen schon das erste Heft; daß es ihnen nicht immer zu gelingen braucht, behaupten wir anstandslos. Denn sollen die gebotenen Abhandlungen befruchtend wirken, dann können sie ihren Zweck erreichen, wenn sie zum Nachdenken und zum Widerspruch, nicht zum blinden Nachahmen