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Im deutschen Reich · 1899-01-01 · Heft 1 (Januar 1899) · p. 49

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
5 (1899)
Issue
Heft 1 (Januar 1899)
Article
Wien
Date
1899-01-01
Page
49 (sequence 2)
Language
German
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Korrespondenzen. 49 wirklich ereignet, nur war bei demselben kein Jude betheiligt und insbesondere existiert ein Nathan Lieber in Sanok nicht. Die Exekution wurde bei dem verstorbenen Ladislaus Mlodecka zu Gunsten des dortigen BezirkSvorschußvereinS vorgen orymen, bei welchem kein einziger Jude betheiligt ist; richtig dagegen ist, daß der bei der betreffenden Amtshandlung thätig gewesene Beamte, der allerdings in sehr rücksichtsloser Weise vorgegangen sein soll, ein eifriges Mitglied des dortigen antisemitischen Vereins ist. Die dortige israelitische Kultusgemeinde schreibt unter Beilage ihre Darstellung bestätigender amtlicher Aktenstücke: „Wie uns von mehreren Seiten versichert wurde, soll sich der genannte Beamte wirklich äußerst herzlos benommen haben, was die Mutter des Verstorbenen zu der berechtigten Bemerkung veranlaßte, daß die Christen bei den Juden Barmherzigkeit lernen mögen, denn während «in christliches Institut (Vorschußverein) so unbarmherzig vorging, habe der jüdische Miethgeber des Verstorbenen keine Schritte unternommen, um den rückständigen Miethzins für ein volles Jahr einzubringen oder sicherzustellen, welches Letztere die Mutter des Verstorbenen, Frau Katharina Mlodecka in Krotoszyn, Post Davidow, zu jeder Zeit gerne bezeugen wird." — Aus den Mitteln, welche in diesem Falle in Anwendung gebracht wurden, läßt sich auf die Qualität der antisemitischen Sache schließen! London» 3. Januar. Bei dem vor Kurzem in der Synagoge in Great Portland Street anläßlich des Tempelweihefestes veranstalteten Militärgottesdienst füllte eine große Anzahl Ofsiziere und Soldaten die reich geschmückte Synagoge. DerjüdischeMilitärgeistliche, Rabbiner F. Cohen, predigte über den Text Chronica II XVII und theilte mit, daß sich in den letzten Jahren die Zahl der Israeliten in der englischen regulären Armee um 20 pCt., in der Miliz um 35 pCt. vermehrt habe, und daß in den Volunteerkorps der Prozentsatz ebenfalls gestiegen sei. In Kapstadt werde gleichzeitig ein Gottesdienst der den Truppen der Kapkolonie angehörigen jüdischen Soldaten abgehalten. Es sei Pflicht der Juden, sich der Vertheidigung des Vaterlandes zu widmen, und sich ihn: für Toleranz, brüderliche Behandlung und Gleichstellung dankbar zu erweisen.

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