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Im deutschen Reich · 1899-01-01 · Heft 1 (Januar 1899) · p. 48

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
5 (1899)
Issue
Heft 1 (Januar 1899)
Article
Nürnberg
Date
1899-01-01
Page
48 (sequence 2)
Language
German
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48 Im deutschen Reich. Reden werden im Drucke erscheinen und an alle süddeutschen Armenvereine versandt werden. — Auch dieses Jahr sind in Bayern bei den NeujahrS-Auszeichnungen mehrere unserer Glaubensgenossen bedacht worden. So erhielten Generalmusikdirektor Levi in München den St. Michaelsorden 2. Klasse, Großhändler Wilhelm Gerngroß und Magistratsrath Kohn in Nürnberg, sowie Fabrikbesitzer Löwensohn in Fürth den Titel eines Kgl. Kommerzienraths. Zu Justizräthen wurden die Rechtsanwälte Dr. Js. Harburger in München, Js. Herzfelder in Augsburg und S. Merzbacher in Nürnberg ernannt. n Fürth, 3. Januar. Dem kürzlich im Alter von 72 Jahren verstorbenen Kommerzienrath Siegfried Ullmann, dem Begründer der Exportfirma Ullmann & Engelmann, verdankt die Nürnberger Kleinindustrie in Kurzu. Spielwaaren zum großen Theil den erfolgreichen Wettbewerb mit. der Großindustrie. Durch seine mehr als zwanzigjährige Thätigkeit als Vorstand des hiesigen Gewerbevereins und in der Verwaltung des bayerischen Gewerbemuseums hatte Siegfried Ullmann Gelegenheit, fortwährend im Interesse der Kleinindustrie zu wirken. Wien, 5. Januar. Im November - Heft dieser Zeitschrift (S. 592) wurde mitgetheilt, daß sich die durch einen Witkowitzer Bericht der „Deutschen Wehr^ verbreitete BraunsbergerBlutabzapfungs-Geschichte als Märchen erwiesen habe, dessen Entstehung auf die Verhaftung zweier Juden unter . der Anklage wiederholter Sittlichkeitsverbrechen zurückgeführt wurde. Bei der vor dem Kreisgericht in Neutitschein kürzlich stattgehabten Verhandlung gegen Otto und BernhardOppenheim aus Braunsberg wurde ärztlich konstatiert, daß keine Spuren eines Sittlichkeilsverbrechens zu finden waren, und da außerdem in den Aussagen der Belastungszeugen die mannigfachsten Widersprüche zu Tage traten, wurden beide Angeklagte freigesprochen. Die schon lange Zeit in Braunsberg ansässige Familie Oppenheim erfreute sich des besten Rufes; die anscheinend sehr trübe Quelle der Anzeige ist nicht ermittelt worden. — Kürzlich machte in allen antisemitischen Blättern die Notiz die Runde, daß in S a n o k (Galizien) ein jüdischer Wucherer namens Nathan Lieber in der Wohnung eines verstorbenen Schuldners, während dieser aufgebahrt lag, eine gerichtliche Exekution in der unglaublich rohen Weise durchsührte, daß er Hand an das Kruzifix legte, welches auf der Brust des Todten lag. Der hiesige „Verein zur Abwehr des Antisemitismus" pflog über diesen Fall Recherchen und zwar mit folgendem Ergebniß: Der geschilderte Vorfall hat sich annähernd so,, wie er geschildert wurde.

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