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Im deutschen Reich · 1899-01-01 · Heft 1 (Januar 1899) · p. 43

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
5 (1899)
Issue
Heft 1 (Januar 1899)
Article
Pr.-Stargard
Date
1899-01-01
Page
43 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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Korrespondenzen. 48 O Pr.»Stargard, 2. Januar. Der Beigeordnete, Fabrikbesitzer Arie Goldfarb, stiftete in Gemeinschaft mit seinen Geschwistern 20 000 Mk. zur Begründung eines Altenheims in Pr.-Stargard. Die königliche Genehmigung zur Annahme der Stiftung „Goldfarb's Altenheim" ist den hiesigen städtischen Behörden berestS mitgetheitt worden. 0 Tem-elbirrg i. Pommern, 3. Januar. Als „besondere Mittheilung" auS Tempelburg veröffentlichte die „StaatSbürger-Ztg." am 20. v. Mts. nachstehenden Bericht, der auch von anderen Antisemitenblättern, u. A. von dem Hamburger „Deutschen Blatt", abgedruckt worden ist: „Wie weit es der Einfluß der Juden bringen kann, hat sich hier kürzlich recht deutlich gezeigt. Der Arzt deS hiesigen ch r i st I i ch e n Krankenhauses, das von einem unserem Orte wohlgesinnten Berliner Herrn ausdrücklich als «in solches begründet worden ist, wurde kürzlich von hier versetzt. Zu dieser Stelle meldeten sich nun der. hiesige christliche Arzt Dr. Giese und der ebenfalls hier ansässige jüdische Arzt Dr. Leibholz. Der Magistrat, von jüdischer Seite stark beeinflußt, wollte sich nun aus diesem Dilemma retten, indem er bei der Stadtverordneten-Versammlung einen Antrag «inbrachte, beide Aerzte abwechselnd auf je einJahr anzu st eilen. Aus der Stadtverordneten-Versammlung heraus wurde der Antrag gestellt, - die Stelle des Arztes an dem ch r i st l i ch e n Krankenhause auch mit einem Christen zu besetzen. Als dieser Antrag zur Abstimmung kommen sollte, machte der Vater des Dr. Giese, der Stadtverordneter ist, den Vorschlag, daß er sowohl wie auch der Vater des Dr. Leibholz als Betheiligte den Sitzungssaal verlaffen wollten; letzterer weigerte sich hiergegen aber ganz entschieden. Schließlich wurde der Antrag des Magistrats, beide Aerzte auf je 1 Jahr anzustellen, angenommen. An unserem christlichen Krankenhaus? wird also ein jüdischer Arzt thätig sein. Wenn an einem jüdischen Krankenhause ein Arzt angestellt wird, so werden die Juden auf einen Christen sicher nicht die Rücksicht nehmen, welche hier sonderbarer Weise auf den Juden genommen ist. Vor einigen Tagen ist nun festgestellt worden, welcher von den beiden gewählten Aerzten das erste Jahr die Stelle an dem Krankenhause übernimmt. Da der Magistrat auch in diesem Falle keine Entscheidung treffen wollte, machte der christliche Arzt den Vorschlag, durch den Würfelbecher das Urtheil zu fällen. Zunächst wurde gewürfelt, wer von beiden die Art und Weise des Würfelns festzusetzen habe. Der Jude warf die „höchsten Augen" und hatte somit zu bestimmen; er bestimmte „drei Wurf, 21 todt". Der Christ würfelte und würfelte —

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