Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1898)
- Article
- [Ohne Titel] / M. L.
- Date
- 1898-12-01
- Page
- 665 (sequence 2)
- Language
- German
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Eingesandt. 665 Ausbildung find 3 Jahre erforderlich. Die jüngeren Knaben erhalten auch Unterricht in der Anfertigung von Holz- und Papp-Arbeiten und im gärtnerischen Planzeichnen. Für die Lehrlinge, die später in's Ausland gehen wollen, soll künftig in der Woche mehrere Stunden hindurch franzöfischer und englischer Sprachunterricht ertheilt werden. An den Arbeitstagen tragen alle Schüler gleiche Kleidung. Außer den erwähnten vier Lehrern und dem die Anstalt leitenden Inspektor sind in Ahlem ein Obergärtner, drei Gärtner, ein Gehilfe, ein Buchhalter und zahlreiches Dienstpersonal angestellt. Die wirthschaftlichen Angelegenheiten leitet eine Haushälterin mit anerkennenswerther Umsicht. Die Schlafzimmer sind luftig, die Betten einfach und sauber; jeder Schüler hat seine besondere Ausstattung, einen Schrank zum Aufbewahren der Kleider rc. Die Direktion ist mit den gegenwärtig in Ahlem befindlichen Schülern recht zufrieden; giebt es einmal einen, der sich nicht -fügen will, was bislang nur sehr selten vorgekommen ist, so muß er sehr bald die Anstalt verlassen. In Folge der guten Lust und des häufigen Aufenthaltes im Freien sehen die Schüler gesund und kräftig aus. Sollte ein Krankheitsfall einmal Vorkommen, so ist der in der Nähe wohnende Anstalts - Arzt sofort zur Stelle. Zur Anstalt gehört auch eine Bäckerei, die zwei Arbeiter beschäftigt und für etwa 1200 Mark Mehl verarbeitet. Die Erzeugnisse dieser Bäckerei werden zum Theil in der Anstalt verwendet, zum größeren Theil aber in Hannover verkauft, wohin zwei Fuhrwerke das Brod regelmäßig befördern. Dieselben Wagen schaffen auch die Blumen nach den in Hannover eröffneten Läden und vermitteln den Verkehr zur Bahn. Außer den für diese Fuhrwerke erforderlichen beiden Pferden besitzt die Anstalt zwei Pferde für die Oekonomie. Die mannigfachsten Blumen werden in Ahlem erzeugt und gepflegt. Anfangs November beginnt der Versandt von Maiblumen nach den verschiedensten Gegenden. Die Erdbeerenzucht ist weit vorgeschritten; Gemüse der feinsten und geringsten Art werden in großen Quantitäten gebaut und gern von Gemüsehändlern angekauft. Auch die Bienenzucht ist schon weit vorgeschritten. Von den Anpflanzungen von Bäumen, die ein großes Terrain bedecken, erwartet man in 1—2 Jahren einen größeren Ertrag, da der Verkauf der Bäume fchon jetzt bedeutend ist. Die Baumschule, die mit den feinsten Sorten besetzt ist, steht in Flor. Zwei Kühe liefern die Milch für die Anstalt. Mit dieser sind auch Werkstätten für Tischler, Schlosser und Klempner verbunden. Der Tischler ist beständig vollauf beschäftigt. Ein Schneider und zwei Näherinnen besorgen die Reparaturen an den Kleidungen der