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Im deutschen Reich · 1898-12-01 · Heft 12 (Dezember 1898) · p. 648

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
4 (1898)
Issue
Heft 12 (Dezember 1898)
Article
Berlin
Date
1898-12-01
Page
648 (sequence 2)
Language
German
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648 Im deutschen Reich. ausdrücklich bemerkt werden, daß gerade hier die Liste am wenigsten maßgebend sein dürfte. (Weit größer als die Zahl der zu den Gemeindesteuern beitragenden jüdischen Handwerker dürfte die Zahl derer sein, die in Folge geringeren Einkommens nicht in der Liste enthalten sind.) Es befinden fich noch in der Gemeindeliste: 1 Kutscher, 1 Oberkellner, 1 Privatdetektiv und 1 Artist. Was die glücklichen Inhaber von Titeln und Würden betrifft, so finden wir 7 Geheime Kommerzienräthe, 24 Kommerzienräthe, 1 Geheimen Kommissionsrath, 3 Kommissionsräthe und 1 kaiserlich russische» Kollegienrath, ferner 6 Konsuln, 4 Generalkonsuln in der Mitgliederliste der jüdischen Gemeinde verzeichnet." Anläßlich der Begründung des hundertsten „Vereins für jüdische Geschichte und Literatur" ist ein „Fonds für Wanderredner" begründet worden. Das Stiftungskapital hat mit einer früheren Schenkung bereits die Höhe von 8000 Mark erreicht. Da für diesen Zweck noch weitere namhafte Spenden in Aussicht stehen, dürfte schon im nächsten Herbst die Möglichkeit vorhanden sein, Wanderredner in arme und kleine Gemeinden zu senden. Von zahlreichen deutschen Antisemiten-Blättern ist in den letzten Wochen dem Wiener „Deutschen Volksblatt" Vergani's nachstehende Notiz entlehnt worden: „Ein polnisches Judenreich? Die polnischen Blätter Oesterreichs drucken einen von der „Alliance JSraslite" verfaßten und an die polnischen Juden gerichteten Aufruf ab, der unter denselben massenhaft verbreitet wird und folgenden Inhalts ist: „Brüder und Glaubensgenossen! Auf der ganzen Welt giebt es kein Stückchen Erde, das sich so ausschließlich gut und dauernd für unsere Herrschaft eignen würde, wie das Land Galizien. Dieses Land muß unser Reich werden! Sorget dafür, die Christen in ihren Stellungen endlich gänzlich zu verdrängen und die gesammte Macht in Euren Händen zu vereinigen; alles, was den Christen gehört, muß in Euren Besitz übergehen. Die nothwendigsten Mittel hierzu werden Euch von der „Alliance JsraÄite" beigestellt werden. Großartige Sammlungen sind bereits eingeleitet worden, und sie gehen auch über alles Erwarten glänzend vor sich. Für den Plan der endgiltigen Entreißung Galiziens aus den Christenhänden haben sogar alle unsere „Großen" und Neichen bedeutende Summen gezeichnet. Es giebt der Baron Hirsch, und geben auch die Nothschild's, Bleichröder's, Mendelssohn's und so fort. Brüder und Glaubensgenosien! Sammelt alle Eure Kräfte, damit Ihr bald an's Ziel gelangt, welches wir Euch hiermit vorgefteckt haben." Die „Gazetta

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