Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- Heft 11 (November 1898)
- Article
- D. L. Berlin
- Date
- 1898-11-01
- Page
- 603 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Briefkasten der Redaktion. 603 Nachricht von einem Duell zwischen einem Gardeoffizier und einem Rechtsanwalt, die wir nach einer Berliner Lokalkorrespondenz in Nr. 44 der „Mittheil." veröffentlichten, erläßt das Generalkommando des GardekorpS folgendes Dementi: „Es ist nicht wahr, daß zwischen einem Offizier eines hiesigen Garderegiments und einem Rechtsanwalt vor etwa 14 Tagen wegen eines Wortwechsels in der Stadtbahn ein Duell stattgefunden hat." G. K., Berlin. Dr. Otto Böckel hat dieser Tage in einer Versammlung mitgetheilt, man habe ihm 12 000 Mark geboten, damit er in einer Flugschrift die Zustände in der antisemitischen Partei enthülle, er habe aber dieses Angebot in schroffster Weise abgelehnt. Welcher Dummkopf dem entschiedensten „Gegner der Alimente" ein solches Angebot gemacht hat, verschwieg der ehemalige „Reichsherolds"-Redakteur weislich, deffen „Enthüllungen" ganz amüsgnt sein mögen, aber sicher von keinem vernünftigen Menschen auf 12 000 Mark tariert werden. G. S., Berlin. Auf anonyme Anfragen ertheilen wir grundsätzlich keine Antwort. H. C. Berlin. Zu den Vergünstigungen, welche die Mitglieder des Central-Vereinö genießen, gehört auch eine wesentliche Erleichterung des Besuchs der interessanten Treptow-Sternwarte. Die Direktion theilte uns mit, daß sie die bestehenden Kassenpreise für die Vereinsmitglieder und deren Angehörige auf dieHälfte ermäßigt. Hiernach stellen sich die Preise für f Führung durch das Astronomische Museum 10 Pf. I Populär-Astron. Vortrag mit Lichtbildern 15 Pf. II. Beobachtung mit dem Riesenfernrohr 50 Pf. Für Einzelbesuche ist zu bemerken, daß Vorträge regelmäßig an Sonn- und Festtagen um 5 und 7 Uhr Nachmittags stattfinden und daß täglich mit dem Riesenfernrohr von 2 Uhr Nachmittags bis 10 Uhr Abends beobachtet wird. L. B. Berlin. Wie es mit Sedlatzek's „General-Anzeiger" steht, können Sie daraus entnehmen, daß nur die beiden Außenseiten deS Blattes noch von ihm bedruckt werden, die Innenseiten aber fertig von einer „Z e i t u n g s f a b r i k" bezogen werden, die anscheinend sogar in judenfreundlichem Besitz ist. In einer in Nr. 98 vom 19. Oktober d. I. enthaltenen Notiz befand sich auf der dritten Seite folgender Satz: „Hier begann Haan wieder seine Betrügereien, wozu ihm die Fabeln der Pariser A n t i- Dreyfus-Presse die Wege vorzüglich geebnet hatte n." In dem Blatte, welches diese Fabeln reichlich benutzte, nahm sich dies ungemein komisch aus!