Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- Heft 11 (November 1898)
- Article
- R. M., Berlin
- Date
- 1898-11-01
- Page
- 602 (sequence 1)
- Language
- German
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602 Briefkasten der Redaktion. N. M., Berlin. Die in dem Briefkasten der Lange'schen „Deutschen Zeitung" enthaltene Aeußerung: „Die Behauptung, daß eS in Berlin 80 jüdische Aerzte mit dem Eisernen Kreuze gebe, ist schon vielfach aufgestellt, aber niemals bewiesen worden" ist nur insoweit richtig, als es in Berlin jetzt nicht mehr 80 jüdische Aerzte mit dem Eisernen Kreuze giebt, sondern (nach dem Medizinal-Kalender von Hirschwald für 1898) nur noch 29. Es hat aber nach der in dem Werke „Die Juden als Soldaten" veröffentlichten Liste 1871 davon 112 gegeben und, als die erwähnte Behauptung aufgestellt wurde, wahrscheinlich noch mehr als 80. Daß im Verlaufe von 27 Jahren von den damals mit dem Eisernen Kreuze ausgezeichneten jüdischen Aerzte viele gestorben sind, ist selbstverständlich. L. M., Berlin. Daß bei der Verhandlung gegen Frau Hartert während der ganzen Sitzung die Oeffentlichkeit ausgeschlossen war, hat manchen Kreisen eine Beschämung erspart, da sich in der Einleitung des Verhandlungsberichts nachstehende Bemerkung befand: „Frau Hartert betrieb aber auch das Geschäft als Heirathsvermittlerin und soll es, wie die Ermittelungen ergeben haben, als Spezialität betrieben haben, Offiziere von Adel, die sich in bedenklicher Vermögenslage befanden, mit reichen Jüdinnen zu verheirathen." — Kommentar überflüssig! L. L., Berlin. Das es unter Juden wie Christen „schmierige Jungen" giebt, läßt sich nicht in Abrede stellen und wir sind die letzten, die sich dazu hergeben, dieselben rein zu waschen, nur weil sie zufällig derselben Abstammung wie wir sind. Lassen Sie also den „schmierenden Antisemiten" das Vergnügen, in dem wucherischen Agenten Adolf Löwenstein in Hannover einen einzelnen „schmierigen Judenjungen" herausgefunden zu haben. Es wird Ihnen nicht schwer fallen, für jedes Exemplar dieser Sorte zehn mindestens ebenso schmierige Antisemiten herauszufinden. Als noch in Frankfurt a. M. der Pranger existierte und auch einmal ein Jude dieser Schmach verfiel, machte ein Christ einen Juden aus dieses widerliche Schauspiel höhnisch aufmerksam. Die Antwort lautete: „Habt Ihr denn den Pranger allein gepachtet?" D. L. Berlin. Die Sache ist durch nachstehende Notiz der „Mittheilungen a. d. V. z. A." gegenstandslos geworden: „Zu der