Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- Heft 11 (November 1898)
- Article
- Königsberg i. Pr.
- Date
- 1898-11-01
- Page
- 590 (sequence 2)
- Language
- German
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690 Im deutsche»! Reicb. daß die Angaben in jenem Artikel vom Amfang biS zum Ende erfunden find. Wir nehmen keinen Anstand, dies mit dem Ausdruck unseres Bedauerns an dieser Stelle mitzutheilen." X Köln, 15. November. In dem Kristallpalast-Saale verhandelten hier am 10. d. M. mehrere hundert jüdische Wähler aller Klassen über die Stellungnahme zur Ersatzwahl für den verstorbenen Stadtverordneten Benjamin Liebmann. Der Vorsitzende Wilhelm Stern theilte namens der als Kandidaten in Aussicht genommenen Herren Dr. Eltzbacher und Elich deren Wunsch mit, daß die Versammlung drei Kandidaten (außer ihnen noch Dr. Bock), den politischen Parteien vorschlage, damit diese sich den ihr geeignetsten daraus auswählen könnten. Dieselbe Erklärung ließ auch Dr. Bock abgeben. Rechtsanwalt Si»non Meyer plaidirte dafür, daß die Versammlung die von den politischen Parteien als Kandidaten in Aussicht genommenen Dr. Bock und Geheimrath Stubben auch zu ihren Kandidaten machen solle. Dr. Auerbach trat dem entgegen und betonte, daß im Stadtrath keine jüdischen Interessen zu vertreten seien. Wenn das nöthig sei, so sei dafür die jüdische Gemeinde da. Nicht mehr wie billig und gerecht sei, wenn »nan den Juden nach ihrer Anzahl und der aufzubringenden Steuerlast (710) auch mehrere Sitze im Stadtverordneten-Kollegium einräume. Schließlich wurde folgende Resolution einstimmig angenommen; „Die durch öffentliche Bekanntmachung eingeladenen jüdischen Bürger sämmtlicher Wahlklassen behufs Stellungnahme zur Stadtverordnetenwahl lehnen es ab, einen Kandidaten zu bezeichnen, da sie dies als eine Aufgabe von politischen Parteien ansieht. Sie könne es insbesondere nicht anerkennen, daß ein Stadtverordneter israelitischer Konfession als Vertreter der israelitischen Wähler oder gar jüdischer Interessen anzusehen sei." Durch diese Resolution hat sich die Centrumspartei veranlaßt gesehen, den jüdischen Rechtsanwalt Karl Eltzbacher, Theilhaber des Bankgeschäfts I. L. Eltzbacher u. Co., als Kandidaten aufzustellen. (Es war unseres Erachtens unrichtig, die jüdischen Wähler in Köln zu einer Versammlung dieser Art zu berufen. Der Central- Verein hat im Uebrigen bisher stets denselben Standpunkt eingenommen, der in der Kölner Resolution zum Ausdruck gelangt ist, und wird sicher auch ferner auf demselben stehen bleiben. Die Redaktion.) / Bonn, 6. November. Der hiesige „General-Anzeiger" berichtete am 30. Oktober: „Heut wurden in der Aula noch etwa 88 neue Studierende in den Verband der rheinischen Hochschule ausgenommen. Der Rektor Geheimrath Köster richtete an sie