Mannheim
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Im deutschen Reich · 1898-10-01 · Heft 10 (Oktober 1898) · p. 535

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
4 (1898)
Issue
Heft 10 (Oktober 1898)
Article
K. N. Mannheim
Date
1898-10-01
Page
535 (sequence 2)
Language
German
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Briefkasten der Redaktion. 585 Th e'od o r Fontane erst zur Geltung gekommen sei, nachdem er darauf verzichtet habe, „das traurige Vorurtheil gegen die Juden zu bestärken". Daß Aehnliches niemals in der Absicht Fontane's lag, dessen Erfolge weder von der Gunst noch von der Ungunst der Juden abhängig waren, steht trotzdem fest. Die gegentheilige Behauptung hat offenbar nur den Zweck, für die Nichtanerkennung des dichterischen Talents Liebermann's von Sonnenberg einen anderen Grund zu finden als feine unzureichende poetische Begabung. Besäße er diese Begabung, dann würde sie trotz antisemitischer Schrullen Anerkennung erwerben; er kann aber kein rechter Poet sein, denn sonst stünde nicht so viel „Ungereimtes" in der „Antisemitischen Korrespondenz" und in den „Deutsch-sozialen Blättern"! Am unglücklichsten ist er und jeder seiner Genoffen, wenn sie wie in der erwähnten Notiz mit einem „Talmud"- Citat schließen, das sie meistens der widersinnigen oder doch wenigstens „sehr freien" Uebersetzung irgend eines hart am Zuchthause vorübergeschlüpften Convertiten verdanken. Wollte man mit diesen Leuten über Talmud-Sätze streiten, die von ihnen willkürlich aus dem Zusammenhang gerissen und für ihre Zwecke beliebig zugestutzt sind, dann würde Man allerdings schließlich — auf den Hund kommen! Sucherschan. P> R. O'Wickedoue, Emporgepeitscht. Zürich 1898. I. Schabelitz. 91 S. Oktav. 1 W. Wer häufiger Broschüren über moderne Zeitfragen liest, wird bald dahinter kommen, daß solche mit sensationellen Titeln in der Regel ein rechtes Sammelsurium von tollen Behauptungen und verschrobenen Ansichten, nur allzuoft auch unter Beimischung von albernen Lügen und niederträchtigen Verleumdungen enthalten. Man erinnere sich nur — um hier nur Schriften zu. nennen, welche sich mit uns beschäftigen — des Marr'schen Pamphletes „Finis Germaniae“ und der berüchtigten „Judenflinten". Insofern wird man beim Lesen der vorliegenden Broschüre angenehm enttäuscht, obgleich sich

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