Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1898)
- Article
- G. M. Leipzig
- Date
- 1898-10-01
- Page
- 534 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- chapter
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2316602-2316637-2316647--04579-2323163- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
534 3m deutschen Reich. Kommandant der republikanischen Garde in Paris war und schon vor einigen Jahren gestorben ist. Der Verfasser d«S die Dreyfus- Freunde befehdenden Artikels ist ein Klerikaler. D. M. Karlsruhe. Daß der vor Kurzem aus dem Parteiverband« ausgeschlosiene badische Antisemitenhäuptling Th. Reuther in Knielingen sich über seine ehemaligen Genossen in Schimpfereien ergehen würde, war zu erwarten. Der Vorstand der deutsch-sozialen Reformpartei in Baden erließ deshalb eine Erklärung, welche mit den Worten schloß: „Herr Reuther ist stets das enfant terriblo der Partei gewesen, man hat auö Gutmüthigkeit mit ihm lange Nachsicht gehabt, aber jede Nachsicht hat einmal ein Ende, und dieses Ende ist bezüglich des Herrn Reuther nunmehr eingetreten." K. N. Mannheim. Ehe der dort zur Ausgabe gelangende, aber in Offenbach hergestellte „Deutsche Volksbote" die Notiz mit der Ueberschrift „Es wird immer schöner" brachte, war dieselbe längst gleichlautend durch verschiedene andere antisemitische Blätter gegangen. Das aller Wahrscheinlichkeit nach aus der reichlich düngenden Gärtnerei der „Antisemitischen Korrespondenz" hervorgegangene Hetzbouquet war in so geschmackloser Weise bunt zusammengewürfelt, daß wohl niemand daran Gefallen gefunden haben wird. Wenn Sie sich diese seltsame stark duftende Blumenlese näher ansehen, werden Sie zunächst eine sehr ungeschickte Berthcidigung der wohl nicht zu den Orchidäen zählenden „vorurtheilsvollen Schulleiterinnen im Westen Berlins" und dabei die aus der Luft gegriffene Behauptung finden, daß wir gegen diese Damen die Behörde zu einem ungesetzlichen Eingreifen veranlassen wollen. Das zweite Blümchen ist die angeblich im Central-Verein verhandelte Forderung der Juden, „daß mansiein den Landtag wähle". Diese Forderung hat niemand aufgestellt; nur das sehr berechtigte Verlangen wurde laut, daß nicht irgend ein geeigneter Landtagskandidat nur deshalb von den liberalen Parteileitungen zurückgewiesen werden solle, weil er Jude ist. Ferner befindet sich in dem antisemitischen Blumenstrauß folgende durch die ministerielle Zusage in der Rheydt er Schlachthofsache veranlaßte drei st e Drohung: „Sollte Freiherr von der Recke den Rabbinern obige Zusage gemacht haben, so wäre es allerdings Zeit, daß sich die Deutschen einmal ernstlich die Frage vorlegten, wer denn eigentlich bei uns Herr im Hause und ob die jüdische Zudringlichkeit noch länger zu ertragen ist." Schließlich giebt die Notiz „durch die Blume" zu verstehen, daß dex jüngst verstorbene Dichter