Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1898)
- Article
- Ostrowo
- Date
- 1898-10-01
- Page
- 521 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Aorrespondenzen. 521 (D Ostrowo, 6. Oktober. Der Beschluß der hiesigen städtischen Behörden, wegen des jüdischen Versöhnungsfestes den Wochenmarkt vom 26. September .auf den darauffolgenden Tag zu verlegen, wurde ohne Weiteres von dem Bezirksausschuß in Posen genehmigt. Das Stöckerblatt „Volk" hatte über den Beschluß unserer Stadtverordnetenschaft geschrieben: „Nur vier Juden sollen unter den achtzehn vorhandenen Stadtverordneten sein — völlig ausreichend, um jüdischen Machtgelüsten zur Erfüllung zu verhelfen." Hier belächelt man derartige Aeußerungen, denn der Beschluß wurde nicht im Jnteresie der Juden, sondern lediglich in dem der Verkäufer und der Marktbesucher gefaßt. Nawitsch, 3. Oktober. Frau KommerzienrathCohn hat ihr hier an der Promenade gelegenes Grundstück, welches bereits längere Zeit der unter der Verwaltung des Vaterländischen Frauenvereins stehenden Kleinkinder-Bewahranstalt freies Unterkommen gewährte, unserer Stadt mit dem Wunsche als Eigenthum zugewiesen, daß es für immer dem-bisherigen Zwecke dienen möge. K Graudenz, 5. Oktober. Der Kaufmann L e w i n s o h n ist zum Abgeordneten für den westpreußischen Städtetag gewählt worden.» X Dortmund, 6. Oktober. Dem am 3. September d. Js hier verstorbenen Vorsteher des 11. Armenbezirks, Bankier Joseph Jsaac, widmeten die Städtische Armennerwaltung und die Armenpfleger des 11. Bezirks höchst eh^nvclle Nachrufe. In der Stadtverordneten-Versammlung gedachte der Justizrath von Eicken der Verdienste des Dahingeschiedenen um die *1 dtische Armenpflege in Dortmund. O Osnabrück, 3. Oktober. Das Osnabrücker Tageblatt berichtet: „W as schuldet die Christenheit dem Volke Israel?" Ueber dieses Thema sprach hier im Saale „Zur alten Münze" der Missionar Professor Stronter aus New-Ior! in einer meist aus Damen bestehenden Versammlung. Er schilderte die Entwickelung der Judenfrage im Laufe der Jahrhunderte, trat für die Gleichberechtigung der Israeliten ein und schloß mit der Behauptung, daß die Friedensbotschaft des Zaren erst nach Lösung der Judenfrage zu.wirklichem Frieden führen könne. <ä*> Hildesheim, 0. Oktober. Anläßlich seines Geschästsjubiläums hat der Vorsteher der hiesigen Synagogen - Gemeinde, Bankier August Dux (ein bewährtes Mitglied des Central-Vereins) der hiesigen Synagogen-Gemeinde einen namhaften Betrag zur Errichtung eines „Wilhelm Wolf Dux- und Henriette Dux - Stiftshauses" überwiesen. Um das Andenken seiner verstorbenen Eltern auch in weiteren Kreisen zu erhalten, überwies er ferner der Stadt Hildesheim