Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- Heft 9 (September 1898)
- Article
- Budapest
- Date
- 1898-09-01
- Page
- 468 (sequence 2)
- Language
- German
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468 Im deutschen Reich. soviel Rechte wie der öffentliche Ankläger. Bei den PlaidoyerS begründete der Staatsanwalt feine frühere Bemerkung mit den Worten: „Der Herr Vertheidiger ist im Jrrthum, wenn er glaubt, daß ihm ebenso viele Rechte zustehen wie mir, denn zwischen uns beiden besteht ein gewaltiger Unterschied: er hat seine Betrauung nur von seinem Klienten Salomon Kohn, ich aber habe mein Mandat von Sr. Majestät dem König erhallen." Der Vertheidiger replizierte in schlagfertiger Weise: „Es fällt mir nicht einmal im Traum ein, eine Parallele zwischen unseren Auftraggebern zu ziehen; wenn aber der sehr geehrte Herr Vertreter der öffentlichen Anklage das Marrdats- Verhältniß zur Sprache gebracht hat, so möge er mich entschuldigen, wenn ich die bescheidene Bemerkung wage, daß Salomon Kohn darum zu mir gekommen ist, weil er mich gekannt hat; ich glaube aber nicht, daß Se. Majestät den Herrn Staatsanwalt betraut haben würde, wenn — er ihn gekannt hätte!" Der Senatspräsident war in Folge der nach diesen Worten entstandenen Heiterkeit genöthigt, die Verhandlung für einige Minuten zu suspendieren. X Cincinnati, O., 25. August. In der hier erscheinenden Zeitschrift „Deborah" wird berichtet: „Vor kurzer Zeit hat sich der Fabrikant Karl Biegel in Reichenberg nach Kontrahierung von Darlehen von über 70 000 Gulden nach Rew-Dork geflüchtet. Es stellte sich nachträglich heraus, daß Biegel auch in Wien sehr viele Geschäftsleute in Mitleidenschaft gezogen hat. Er war natürlich Antisemitenführer. Wir machen die New-Aorker Polizei auf diesen Raubvogel aufmerksam."