Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- Heft 9 (September 1898)
- Article
- Stettin
- Date
- 1898-09-01
- Page
- 460 (sequence 2)
- Language
- German
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460 Im deutschen Reich. Präsidenten eingereichte Beschwerde erhielt Herr Rabbiner Dr. Vogelstein folgenden Bescheid: Der Regierungs-Präsident. Stettin, den 26. August 1898. Pr. A. III Nr. 4100. Ihre Beschwerde vom 18. d. Mts. betreffend die Behandlung russischer jüdischer Auswanderer durch die hiesige König!. Polizeidirektion hat nicht als begründet erachtet werden können. Letztere ist vielmehr, da die gedachten Auswanderer entgegen den Vorschriften des Herrn Ministers des Innern nicht mit den erforderlichen Legitimationspapieren und Mitteln versehen waren, durchaus zutreffend verfahren, wenn sie dieselben von einem Aufenthalt in Preußen ausschloß und nach ihrer Heimath wieder abschob. Die Gestattung von Ausnahmen kann in solchen Fällen niemals zugelassen werden. In Vertretung: Seibert. Hoffentlich dient dieser Bescheid als Warnung für andere Auswanderer, die sich durch Nichtbeachtung der diesbezüglichen Vorschriften einer ähnlichen Behandlung aussetzen würden. X Marienburg, 2. September. Der am 28. v. M. erfolgten feierlichen Einweihung der im maurischen Stile erbauten neuen Synagoge wohnten die Spitzen der königlichen und städtischen Behörden, Vertreter der Synagogen-Gemeinden Dirschau, Danzig, Elbing» Berent, Graudenz, Marienwerder, Neuteich u. s. w. sowie die sämmtlichen Mitglieder der hiesigen Synagogen-Gemeinde bei. Nach einer Ansprache des Baumeisters L ü b k e wurden die Schlüssel des neuen Gotteshauses dem Landrath von Glasenapp überreicht, welcher die Hauptthür öffnete. Unter Chorgesang stellten die im Ornat erschienenen Rabbiner die fünf Thorarollen in die heilige Lade, worauf die ewige Lampe entzündet wurde. Dann zollte der um die Errichtung der Synagoge hochverdiente Vorsitzende des Vorstandes vr. meä. P i n c u s in einer Ansprache den Behörden, welche das Werk gefördert, Worte des Dankes. Die Festpredigt hielt Rabbiner Dr. Blumenthal- Danzig, das Gebet für König und Vaterland sprach Rabbiner Dr. Silber st ein-Elbing. Mit der Motette „Lobe den Herrn" schloß der Gottesdienst. Bei der später im Gesellschaftshause abgehaltenen Festtafel brachte den Kaisertoast Herr Landrath von Glasenapp aus, hierauf folgten Tischreden der Herren Bürgermeister Sandsuchs, Stadtverordneten-Vorsteher Jahnke, Dr. Pincus, Rabbiner Dr. Blumenthal-Danzig, Gemeindevorsteher Davidsohn-Danzig, Rabbiner Dr. Silberstein-Elbing rc. Bei der durch Prolog, Konzert und lebende