Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- Heft 8 (August 1898)
- Article
- J. M. Karlsruhe
- Date
- 1898-08-01
- Page
- 421 (sequence 2)
- Language
- German
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Briefkasten der Redaktion. 421 die „Vereinigung Badischer Israeliten" sei ein Zweigverein des „Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens", trotzdem der letztere gar keine Zweigvereine besitzt. Die aus unserm Rechtsschutzbericht citierten Stellen geben, weil aus dem Zusammenhang gerissen, ein ganz falsches Bild der Sachlage und beweisen jedenfalls nicht das, was der literarische Helfershelfer des Herrn Exkonsuls Köster beweisen möchte. Wenn der „Centralverein" oder dessen „vermeintliche" badische „Zweigabtheilung" Strafanträge gegen Leute vom Schlage des Herrn Goebel stellt, so handelt es sich wahrlich dabei nicht um den „Kampf um die Macht", sondern um den „Kampf um das Rech t". Ob dieser mit Erfolg geführt wird, was viel häufiger der Fall gewesen ist, als Herr Goebel zuzugestehen für gut findet, kommt erst in zweiter Linie in Betracht, in erster handelt es sich darum, das Feld nicht ihm und seinen Genossen zu überlassen, mit denen' sich .herumzuschlagen übrigens wahrlich kein Vergnügen gewährt. B. L. Mannheim. Das in dem antisemitischen. „Deutschen Volksboten" vor einiger Zeit veröffentlichte Hetzgedicht „DieMänteln ä h e r i n" mit dem sinnigen (?) Schluß „Des Juden Fenster schimmern hell von Sammet und theurer Seide" wird in den Arbeiterkreisen kaum Erbitterung gegen jüdische Arbeitgeber erregen. Gerade die Arbeiter dieser Branche wissen jetzt mehr als je diejenigen zu schätzen, die ihnen Arbeitsgelegenheit verschaffen, und diejenigen zu verachten, welche durch Judenhetzen den Arbeitsmangel verschlimmern. Gerade in der Mäntel-Konfektion schimmern jetzt weder die Fenster der jüdischen noch der christlichen deutschen Fabrikanten besonders hell. Die bedeutende Verringerung des Exports nach England, eine Folge der dortigen billigen und willigen russisch-jüdischen Arbeitskräfte, wirkt auf den deutschen Markt merklich ein. In England sind es meistens jüdische Mäntelnäherinnen, die für christliche Fabrikanten arbeiten und vernünftig genug sind, einzusehen, daß es ihnen Vortheil bringt, wenn deren Fenster nicht ganz dunkel bleiben! C. L. Darmstadt. Kürzlich berührte die antisemitische „Staatsbürger-Ztg." die von Ihnen erörterte Angelegenheit durch folgende Notiz: „Gegen den zurückgetretenen hessischen Minister Finger erhebt die „Frankfurter-Ztg.", als Organ jüdischer Sonderinteressen, die merkwürdige Anklage, daß er zur Förderung der Sozialdemokratie beigetragen habe, weil er in der Justizwie in der Schulverwaltung jüdische Anwärter nicht an st eilte. Man sieht daraus aufs neue, daß der Patriotismus der Juden lediglich auf geschäftlichen Interessen beruht und schwindet, wo letztere ihrer 32*