Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- Heft 8 (August 1898)
- Article
- Hof i. B.
- Date
- 1898-08-01
- Page
- 408 (sequence 2)
- Language
- German
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408 Im deutschen Reich. „es sei, wenn die Hofer Stadtvertretung von dem Ausschluß des SchächtenS in ihrem Schlachthause nicht abgehen wolle, derSchlacht, hauszwang insoweit zu beanstanden, als der« selbe dem Rechte der Israeliten entgegensteh«. Ferner könne es den Israeliten nicht benommen werden» zum Schächten von Vieh selbst eine zweckentsprechende Schlachtstätte zu errichten". Damit war im Prinzip von beiden bayerischen Staatsstellen aus den Israeliten das Recht des rituellen Schlachtens gewahrt und den Antisemiten bewiesen, daß die Kgl. bayerische Regierung nicht daran denkt, kommunale Schächtverbote zuzulassen oder gar selbst ein Schächtverbot nach sächsischem Muster zu erlassen. Völlig gelöst ist aber damit die „Hoser Schächtfrage" noch nicht, weil der hiesige Synagogen-Verein, dem nur wenige Familien angehören, nicht die Mittel besitzt, ein eigenes Schlachthaus zu errichten. Zunächst wird also hier noch nicht geschächtet. Die hiesige Schächtfrage dürfte nur in der Weise zu lösen sein, daß sich hier ein tüchtiger jüdischer Metzger niederließe, welcher die besten Aussichten hätte, nicht nur hier in Hof, sondern in den nahen sächsischen Städten Plauen, Zwickau u. a. m. reichlichen Absatz zu erzielen. Derselbe müßte allerdings die Mittel besitzen oder erhalten, um in einem eigenen Grundstück einen Raum für das rituelle Schlachten, den polizeilichen Vorschriften entsprechend, einrichten zu können. chch Ebingen, Württemberg, 2. August. Der hier erscheinende „Neue Alb-Bote" veröffentlichte ein längeres, die Ueberschrift: „Ein Katholik des Kapitels Hechingen für Viele" aufweisendes Schreiben, in welchem u. A. gesagt wurde: „Unter 14 701 Wahlberechtigten haben bei uns ganze drei Dutzend für einen Antisemiten gestimmt. Das ist sehr bemerkenswerth und verräth den gesunden Sinn der hohenzollernschen Bevölkerung, die sich von gewissenlosen Hetzern nicht beirren läßt. Wer in der letzten Zeit die widerliche, ja man darf wohl sagen schamlose Hetze in gewisien Antisemitenblättern gegen die hohenzollernschen Juden zu lesen bekam, konnte meinen, wunder wie schlimm es bei uns aussieht. Anderseits könnte man glauben, hinter den antisemitischen Hetzern stehe das katholische Volk in seiner Mehrheit. Demgegenüber möchten wir feststellen, daß weder das eine noch das andere der Fall ist ... Mit Entrüstung und Ekel weisen wir solche Kampfesweise, die wir den Zuchthäuslern Hammerstein, Leuß und Genossen überlassen, von uns zurück. Das hat des katholische Volk am 16. Juni bewiesen. Es wird diesen Standpunkt auch ferner einnehmen und jenen Aufwieglern dm Rücken kehren".