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Im deutschen Reich · 1898-06-01 · Heft 6-7 (Juni 1898) · p. 344

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
4 (1898)
Issue
Heft 6-7 (Juni 1898)
Article
Frankfurt a. M.
Date
1898-06-01
Page
344 (sequence 2)
Language
German
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344 Im deutschen Reich. findlichen Redaktionsausschuß zugeschickt erhalten habe. AIS unbeeidigter Zeug« bestätigte der Buchdrucker Ad. Ludw. Wolf diese Darstellung. Nach langer Berathung erkannte di« Kammer trotzdem, daß die Annahme der Thäterschaft des H. durch die Beweisaufnahme nicht widerlegt ist. DerArtikel beschuldige die jüdischen Richter in Deutschland, also auch die Frankfurter, daß sie — „ob absichtlich oder unbewußt, das bleibe dahingestellt, der Stimme des Blutes folgend, parteiisch für ihre Glaubensgenossen" urtheilen. Daher wurde Hirsche! zu 150 M. Geldstrafe verurtheilt. ck. München, 1. Juni. Dem hiesigen Regierungsdirektor Jacob Henle wurde gelegentlich seiner Pensionierung in Anerkennung langjähriger vorzüglicher Dienste das Ritterkreuz des Verdienstordens der bayerischen Krone verliehen, mit welchem der persönliche Adel verbunden ist. — Jüngst hatte der hiesige antisemitische Verein „Odin" die Mitglieder des „Vereins zur Wahrung des Deutschthums im Ausland" zu einem Vortrage des österreichischen Reichstagsabgeordneten Wolf eingeladen, dann aber einem jüdischen Mitglied« den Zutritt verweigert. Der Vorstand des Vereins hat nachträglich, wie die „Münchener Freie Presie" mittheilt, dem Beleidigten das Bedauern über das Vorkommniß ausgesprochen und in Aussicht gestellt, daß er sich mit der Angelegenheit weiter befassen werde. 0j Dresden, 4. Juni. Der König von Sachsen hat dem sächsischen Generalkonsul in München, Kommerzienrath Max von Wilmersdörffer, zum Geheimen Kommerzienrath ernannt und den zum Kgl. württembergischen Konsul in Dresden ernannten Bankier Max Arnhold in dieser Eigenschaft anerkannt. X Mannheim, 2. Juni. Der hier erscheinende antisemitische „DeutscheVolksbote" brachte in seiner Nr. 99 vom 11. Dez. v. I. einen Leitartikel, ein Gedicht und außerdem ein besonderes Inserat, durch welche die „deutsche Hausfrau" aufgefordert wurde, ihre Weihnachtseinkäufe nicht bei Juden zu decken. Die Juden, welche das deutsche und christliche Weihnachtsfest durch den Lärm ihrer Reklamen für ihre Ramschbazare schändeten, seien heute noch die schlimmsten Feinde des Christenthums. Sie sollten sich um ihre Fest« kümmern und nicht um die christlichen. Das Schöffengericht verurtheilt« darauf den verantwortlichen Redakteur des „Volksboten", Franz Goebel aus Dirschau, wegen groben Unfugs zu einer Geldstrafe von 25 M. eventuell 5 Tagen Gefängniß. Die' Berufung Goebels wurde gestern vom hiesigen Landgericht für begründet erklärt uud .auf

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