Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- Heft 6-7 (Juni 1898)
- Article
- Beuthen
- Date
- 1898-06-01
- Page
- 342 (sequence 2)
- Language
- German
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842 Im -rutschen Reich. wie sie von jungen Medizinern auf den Anatomien selbst präpariert werden. Diese Aufklärung war um so sicherer, als der Sohn des Pollak sich als Arzt in einer sächsischen Stadt niedergelaffen hat und dort noch lebt. Außerdem tragen die aufgefundenen Knochen den Namen deS damaligen Stud. med. Pollak nebst Bezeichnung der Universität und Angabe ves Semesters. Dieses Resultat hatte manin der Bevölkerung kaum erwartet und diese war begreiflicherweise sehr enttäuscht, da nun dem Irrglauben jede Unterlage entzogen war." ft Posen» 1. Juni. Weite Kreise nehmen innigen Antheil an dem harten Verlust, den der Gemeinderabbiner Dr. W. Feilchenfeld durch das Hinscheiden seines hoffnungsvollen jüngsten SohneS, des Rabbinats-Kandidaten l>r. phil. Ludwig Feilchenfeld, erlitt, der hier nach kurzem aber schwerem Krankenlager im Alter von 27 Jahren verstarb. 5^ Lifsa, 1. Juni. Die hiesige Strafkammer verurtheilte den Dienstjungen Hentschel aus S ch l i ch t i n g s h e i m, der in die dortige Synagoge eingebrochen war, dieselbe verunreinigt und mehrere Gegenstände daraus gestohlen hatte, zu 3 Monaten Gefängniß. X Graudenz, 1. Juni. Der „Gesellige" veröffentlichte Nachstehendes: „Wer die polnische Taktik sorgsam verfolgt, wird bemerkt haben, daß polnischerseits unbequeme Regungen des deutschen Nationalgefühls mit Vorliebe mit dem Antisemitismus verquickt werden. Wie es indeß um die polnische Praxis aussieht, bekundet folgende Auslastung der „Gazeta Grudziadzka", welche in deutscher Uebersetzung ungefähr folgendermaßen lautet: „Wielle bei Könitz. In unserem Dorfe thut ein polnisches Schnittwaarengeschäft sehr, sehr noth. Wir haben hier drei Juden, die derartige Geschäfte besitzen. Einer von ihnen will verkaufen. Sein Haus ist massiv und steht dicht bei der Kirche, also an bester Stelle. Dieser jüdische Kaufmann kam vor 15 Jahren zu uns und ist heute ein reicher Mann, der in die Stadt verziehen will. Ein Pole, der dies Geschäft kaufen würde, hätte ungeheures Glück, und wahrscheinlich würden alle Juden fortgehen muffen." So sieht also die Judenfreundlichkeit der Herren Polen aus. Eindeutscher Wählerjüdischen Glaubens." X Naugard i. P>, 1. Juni. Nachdem eine Anzahl Glaubensgenoffen aus den Städten des Stargarder Bezirks sich darüber beschwert hatten, daß seit Jahren Juden nicht mehr als Schöffen und Geschworene berufen worden, hat das Stargarder Gericht zu der letzten Schwurgerichtsperiode wieder zwei Juden als Geschworene berufen. O Crefeld, 10. Juni. Der Redakteur der hiesigen gnti-