Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- Heft 6-7 (Juni 1898)
- Article
- Suhl
- Date
- 1898-06-01
- Page
- 341 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Korrespondenzen. 841 Schriftleiter bedauert die gegen die Gebr. Katzenstein veröffentlichten Beleidigungen, bekennt di «Unrichtigkeit der ihm von seinem Gewährsmann hinterbrachten Thatsachen und übernimmt sämmtliche Kosten, wogegen die Gebr. Katzenstein die Privatklage zurücknehmen." X Breslau, 1. Juni. Die „Breslauer Ztg." schrieb am 27. Mai über eine Versammlung des „deutsch-nationalen Handlungsgehilfen-VerbandeS": „Nicht weniger als vier Redner der antisemitischen Truppe waren aufgeboten worden, unter denen an Schimpfereien Stadtv. Wolf und ein Herr Bechly den besten Record erzielten. Stadtv. Biller trat den Antisemiten scharf entgegen und machte mit seinen gediegenen Ausführungen auf den halbwegs unbefangenen Theil der Versammlung einen ersichtlichen Eindruck. Dr. Tschiersky versuchte die Debatte auf das Niveau einer wiffenschaftlichen Erörterung zu erheben, fand aber damit bei den Antisemiten natürlich keine Gegenliebe. 'Prof. Dr. Sombart war mit einigen älteren Studenten erschienen, verließ aber das Lokal, als er sah, das es von antisemitischer Seite nicht auf die ernste Behandlung einer volkswirthschaftlichen Frage, sondern auf rüde Radaupolitik abgesehen sei."— Bei seinem Scheiden aus dem Dienste ist dem Ober-PostkaffenBuchhalter K r o h n der Titel „Rechnungsrath" verliehen worden. (D Benthe», 1. Juni. Tie „Beuthener Ztg." berichtet über eine Episode, die sich in dem benachbarten Orte C h o r z o w abspielte: „Der dort wohnende jüdische Hausbesitzer Pollak hatte einen Miether, mit dem er nicht im besten Einvernehmen stand. Dieser Mann suchte sich an seinem Wirth zu rächen, und dazu bot sich ihm Gelegenheit, als er - in einem Raum deS Hauses einen Knochen fand, den er als Menschenknochen erkannte. Dies war dem Manne ein willkommener Handel, denn dieser Knochen war, so resiektierte er, der sicherste Beweis eines im Hause des Pollak vorgekommenen Ritualmordes. Wer unsere Bevölkerung kennt, der wird nicht daran zweifeln, daß die Erzählung des Mannes von dem Ritualmorde gläubige Zuhörer fand. Die Verbreitung der Mordgeschichte erfolgte von Mund zu Mund und drang schließlich bis zum Amtsvorsteher. Dieser ergriff das einzige Mittel, um das Gerücht von einer Blutthat im Hause des Pollak zu widerlegen. Er begab sich mit der Ortsbehörde in das Pollak'sche Haus, ließ dort eine Durchsuchung vornehmen und sogar im Keller nach Menschenknochen nachgraben. Man fand jedoch dort keine, wohl aber in einem Zimmer; und zwar waren es wohlpräparierte Menschenknochen mit lateinischer Bezeichnung,