Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1898)
- Article
- R. A., Wien
- Date
- 1898-05-01
- Page
- 281 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- chapter
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2316602-2316637-2316643--04049-2322486- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Briefkasten der Redaktion. 281 angeblicher ehemaliger Rabbiner, der als Missionar einerseits in jüdischen Kreisen Proselyten zu machen suchte, andererseits Deckert falsche Uebersetzungen auS dem Talmud lieferte. JudawitS von Sülelmed, der vor wenigen Wochen aus Wien geflüchtet ist, stand zu dem Pfarrer Deckert in den engsten Beziehungen und hat auch „Geldunterstützungen" von ihm bezogen. Unter den bei seiner raschen Flucht aus Wien von ihm zurückgelassenen Briefschaften, die in die Hände der Redaktion des „Neuen Wiener Tageblattes" gelangt sind, befinden sich eigenhändig geschriebene Mittheilungen des Pfarrers Dr. Josef Deckert, der bekanntlich die vor einer Reihe von Jahren von dem Convertiten Löw verfaßte Uebersetzung des „Schulchan Aruch" — „ergänzt" und neu herausgegeben hat. Ein gewisser Zuckermann aus Wien soll an verschiedenen Orten, u. A. in Nürnberg und Breslau, versucht haben, von Vereinsgenossen unter dem Vorgeben, nach längerer Thätigkeit in der Redaktion unserer Zeitschrift entlasten worden zu sein, Unterstützungen zu erlangen. Wir bemerken, daß der p. Zuckermann nur in unserer Buchhalterei einige Monate diätarisch beschäftigt war, mit der VereinSzeitschrist nie etwas zu thun hatte, und daß wir nicht in der Lage sind, ihm Worte der Empfehlung auf den Weg zu geben. Der Vor st and des Central-Vereins deutscher Staatsbürger jüd. Glaubens. Mchsrfcha«. Dr. St.Eckstein, Distriktsrabbiner. Geschichte der Juden im ehemaligen Fürstbisthum Bamberg. Bamberg, Handels-Druckerei (1898). IV. u. 327 S. 8«. Wenn heute die verschiedenen religiösen Gemeinschaften sich eifriger als früher mit der Geschichte ihrer Vergangenheit beschäftigen, so ist es erfreulich zu sehen, daß auch wir darin nicht zurückstehen. Grade für uns sind aber diese Studien um so nothwendiger, als unsere Feinde nicht allein über die Lehre des Judenthums und seine Bekenner in der Gegenwart falsche Nachrichten verbreiten, sondern auch vielfach aus dem Leben unserer Vorfahren Waffen gegen uns zu holen suchen. Sowohl viele unserer christlichen Mitbürger wie auch