Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1898)
- Article
- D. S., Langendorf O.-S.
- Date
- 1898-05-01
- Page
- 279 (sequence 2)
- Language
- German
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Briefkasten der Redaktion. L7S Der Staatsanwalt hat insofern Recht, als eine VerurLheilung des Denunzianten trotz der versteckten Bosheit, die in dessen Anzeige unzweifelhaft gelegen hat, kaum zu erreichen gewesen wäre. Daß auf diese Weise ein völlig unschuldiger Mann, dem ein feiger Lügner absichtlich Ungelegenheiten bereitet hat, keinerlei Genugthuung erhält, ist zu bedauern, aber nicht zu ändern. L. M. Neisse. Im Briefkasten des Dresdner Antisemitenblattes „Deutsche Wacht" befand sich am 2. Mai nachstehende Notiz: „An den Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens!" Der Verein kann sich ein Verdienst erwerben, wenn er einem armen Kellner zu seinem Gelds verhilft. In Neisse ging ein Geschäftsreisender Krohn dem Oberkellner eines Hotels mit 25 M. durch. Der Zechpreller kam am 12. v. M. dort an und telephonirte jeden Tag nach seinem Koffer, der aber nicht ankam. Am 15. v. M. war auch Krohn verschwunden und ließ sich nicht wieder sehen. Vielleicht gelingt es dem oben genannten Vereine, seinen Schützling dazu anzuhalten, seine Pflichten als anständiger Mensch zu erfüllen." — Wir bitten Sie, dort den armen Kellner ausfindig zu machen, dem wir den ihm angeblich von einem Juden zugefügten Verlust vergüten wollen, sobald er uns nachweist, daß der „Geschäftsreisende Krohn" Mitglied unseres Vereins ist. Auch wenn dies nicht der Fall sein sollte, würden wir für den Schaden aufkommen, falls sich der Herausgeber der „Deutschen Wacht", der Reichstagsabgeordnete Zimmermann, verpflichten wollte, für alle Zechprellereien seiner „antisemitischen Schützlinge" aufzukommen. B. G., Bonn. Die von dem dortigen „General-Anzeiger" veröffentliche Nachricht aus N e w - 2) o x I, daß der Israelit Nathan Strauß 5000 Glaubensgenossen als Freiwilligen-Brigade angeworben hat, fand ihr Gegenstück in patriotischen Kundgebungen spanischer Juden. Als der Krieg mit den Vereinigten Staaten ausbrach, versuchte die spanische Regierung, die jüdischen jungen Leute aus den spanischen Straffe stungen in N o r d a f r i k a, die bisher keinen Militärdien st leisten dursten, in das Heer einzustellen. Diese Juden hatten sich bisher in der Erinnerung an die schmachvolle Behandlung, welche ihren Vorfahren und ihnen in Spanien zu Theil geworden war und weil sie ihre mühsam errungene Stellung unter den marokkanischen Stämmen nicht aufgeben mochten, stets geweigert, ähnlichen Anforderungen Folge zu leisten. Angesichts des mittlerweile ausgebrochenen Krieges folgten sie dem Rufe des Vaterlandes. G. L. Dresden. Das in den „Dresdner Nachrichten" vom