Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1898)
- Article
- B. G., Berlin
- Date
- 1898-05-01
- Page
- 277 (sequence 1)
- Language
- German
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277 Briefkasten der Redaktion. B. G.» Berlin. In wie lächerlicher Weise Ahlwaxdt Reklame zu machen sucht, ergiebt die von der „Freisinnigen Zeitung" berichtete Thatsache, daß er durch große gelbe Plakate Folgendes bekannt machen ließ: „Reichstagsabgeordneter Ahlwardt ist durch Einladung zur kaiserlichen Hoftafel leider verhindert, den Vortrag zur angekündigte« Zeit zu halten." In dem unschuldigen Leser wird hierdurch der Glaube erweckt, als ob der Kaiser Ahlwardt eine besondere Ehrenbezeugung, etwa für sein Verhalten in Bezug auf die Judenflinten,- hätte zu Theil werden lasten. Bekanntlich haben sämmtliche Rerchstagsabgeordnete ohne Unterschied der Parteirichtung Einladungen zur kaiserlichen Hoftafel erhalten, wenn sie vorher ihre Absicht, dort zu erscheinen, durch Kartenabgabe bekundet hatten. — Den Scherz, ihn neben einem scharfen Gegner zu plazieren, wie dies seiner Zeit in Kiel geschah, hat man nicht wiederholt. Vielmehr saßen diesmal die antisemitischen Dioskuren Ahlwardt und Jskraut brüderlich bei einander. M. L., Friedeberg. Wie es mit der Wahrheitsliebe des von Ihrem bisherigen Vertreter, Hermann Ahlwardt, redigierten Blattes „Das Deutsche Schwert" bestellt ist, davon eine Probe: In der Nummer 18 des gedachten Blattes vom 1. Mai sindet sich ein von Gehässigkeiten und Entstellungen strotzender „Die jüdische Religions-Gesellschaft" überschriebener und „Teut" Unterzeichneter Artikel, in welchem u. A. gesagt wird: „Mit Recht sagte daher ein Oberrabbiner bei der Einweihung der Synagoge in Schivelbein: Dies HauS ist k e i n B e t h a u s, es ist eine Schule, eine Synagoge, hier kommt die Gemeinde zusammen und bespricht sich, wie sie gut ißt und trinkt, wie sie gut handelt und am leichtesten Geld verdient; denn wer gut ißt und trinkt, der lebt lange und bekommt ein kräftiges Gedächtniß, und wer nicht arbeitet, dem wird der Verstand geschärft, darum wird auch vor spirituosen Getränken gewarnt und lieber ein Glas Master empfohlen, damit der Jude nüchtern bleibe u. s. w. — Wie sicher muß sich doch das Judenthum fühlen, daß es bei einer nahezu öffentlichen Einweihung so dreist aus der Schule zu plaudern wagt." — Vor uns liegt das „Schivelbeiner Kreisblatt" Nummer 97, in dem über die betreffende Feier ganz anders berichtet und gesagt wird: