Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1898)
- Article
- Bütow i. P.
- Date
- 1898-05-01
- Page
- 271 (sequence 2)
- Language
- German
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Korrespondenzen. 871 Der Vorstand der hiesigen Synagogengemeinde erklärte bestimmt, in dieser Angelegenheit nichts gethan zu haben. Die Abgabe an die Synagogenkasse, welche nicht 4. sondern nur 3 Mark beträgt, lasten sich die hiesigen Metzger gern gefallen, weil sie auf diese Weise das an Güte dem Hinterviertel nachstehende Fleisch vortheilhast loS werden. Die am meisten am rituellen Schlachten von Großvieh betheiligten hiesigen Fleischermeister gaben am 11. Mai folgende Erklärung ab: Wir erklären der Wahrheit gemäß, daß wir aus freiem Willen koscher schlachten lassen, und daß wir uns geschäftlich geschädigt sehen würden, wenn eine Einschränkung des koscheren Schlachtens erfolgt. P. Bittrich. P. Grimm. O. Kunkel. F. Hinz, v. Modricwski. H. Kunkel. Ob die „Deutsche Tageszeitung" berechtigt ist, eine Einrichtung einer anerkannten Neligionsgenostenschaft als „Aberglauben" und trotz des gegentheiligrn Gutachtens anerkannter Autoritäten wie Virchow, du Bois-Reymond u. A. m. das Schächten als „grausame Schlachtart" zu bezeichnen, lasten wir dahingestellt. Auch die aufreizende Behauptung der „Staatsbürger-Zeitung", daß die Juden hier eine verhältnißmäßig bedeutende Rolle spielen, mag unerörtert bleiben. Vielleicht ist diese Behauptung nur deshalb aufgestellt worden, weil der mit dem Eisernen Kreuz dekorierte erste Vorsteher der hiesigen Synagogen- Gemeinde gleichzeitig Stadtverordneter ist und zum stellvertretenden Vorsitzenden des Kriegervereins gewählt wurde, während der schächtfeindliche Seminardirektor als Gegenkandidat in der Minderheit blieb und deshalb aus dem Verein austrat. © Pr. Stargard, 10. Mai. In Folge der in letzter Zeit bedeutend gestiegenen Lebensmittelpreise hat der hiesige Beigeordnete Fabrikbesitzer Arie Goldfarb die Löhne seiner Arbeiter um 20 Prozent erhöht. X Altena i. Wests.» 10. Mai. Zum Bau der hiesigen Synagoge hat der Geh. Kommerzienrath Gustav Selve 500 Mark beigesteuert. Derselbe gab in dem das Geschenk begleitenden Schreiben an die hiesige israelitische Gemeinde der Anerkennung Ausdruck, daß auch die wohlhabenden Mitglieder der jüdischen Gemeind« Altenas bisher nicht auf den Unterschied der Konfession gesehen hätten, wenn es gegolten habe, die Roth unter den Altenaer Mitbürgern zu lindern. Er hoffe, die Größe der ferner zu erwartenden Beiträge werde derart sein, daß ein Gotteshaus erbaut werden könne, welches der Stadt Altena zur Zierde gereiche. P Hannover, 1. Mai. Der frühere antisemitische Reichstags-