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Im deutschen Reich · 1898-05-01 · Heft 5 (Mai 1898) · p. 269

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
4 (1898)
Issue
Heft 5 (Mai 1898)
Article
Berlin
Date
1898-05-01
Page
269 (sequence 5)
Language
German
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Korrespondenz«»«. 208 dieser Mittheilung bemerkte die „National-Ztg.": „Das erinnert uns an eine Erörterung, die wir vor einigen Jahren mit der „Kreuzztg." hatten, als sie den damaligen Vizepräsidenten der Vereinigten Staaten, Lewi P. Morton, wegen dieses Vornamens zum Juden machte, nach langem Sträuben aber uns zugeben mußte, im Unrecht gewesen zu sein". 0 Potsdam, 2. Mai. Die „Potsdamer Ztg." äußerte sich über eine bei Caesar Schmidt in Zürich kürzlich erschienene Flugschrift: „Es giebt sonderbare Käuze unter den Antisemiten. Da tritt einer von ihnen auf, Hans Arndt, nebenbei bemerkt, ein Pseudonym für einen unserer bekanntesten Parlamentarier und schreibt eine Broschüre: „Herunter mit der Maske", in welcher in schonungslosester Weise mit den Führern des heutigen Antisemitismus in das Gericht gegangen wird. Da werden auf Grund genauer Kenntniffe dey intimsten Details Dinge enthüllt, die wir allerdings selbst bei den „berufenen" Vertretern des Antisemitismus nicht für möglich gehalten hätten und welche dieselben an der Hand unanfechtbarer Thatsachen geradezu mit wenigen Ausnahmen als eine wohlorganisierte Räuberbande erscheinen lassen. Noch nie bisher ist eine solche Fülle belastenden Materials gegen die Leitung der antisemitischen Partei beigebracht worden, und man möchte sich wirklich fragen, ob das Erscheinen des Schriftchens jetzt vor den Wahlen nicht etwa ganz anderen Zwecken als den von dem Verfasser angegebenen, der Reinigung der Partei von unsauberen Elementen, dienen soll«, wenn nicht aus jeder Zeile des Werkes ein ehrlicher, tiefer Ingrimm über die moralische Verkommenheit der Partei spräche. Für alle Gegner des Antisemitismus wird das Werk eine reiche Fundgrube bilden — für die antisemitische Gefolgschaft selbst wird sie «ine sehr beherzigenswerthe Mahnung umsomehr sein, als sie in dem, dem bekannten Verfasser der Broschüre eigenthümlichen eleganten Styl geschrieben ist." Magdeburg, 1. Mai. Der hier seit zwei Jahren bestehende „W irthschaftliche Schutzverband" hat bisher im Ganzen vier Anzeigen erstattet. Wie die antisemitische „Sachsenschau" berichtete, betraf nur eine dieser Anzeigen eine jüdische Firma, und in diesem Falle wurde die strafrechtliche Verfolgung abgelehnt. Wie dasselbe antisemitische Blatt meldete, waren die anderen drei Anzeigen gerichtet, „gegen einen christlichen Holzhändler in der Neustadt, der auch (ivegen einer ganz geringfügigen Sache) verurtheilt ist, gegen die christ- I che Firma Görnemann wegen Tafelkerzen, die im Schaufenster billiger angeboten, als sie thatsächlich im Geschäfte zu haben waren, gegen die 20'

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