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Im deutschen Reich · 1898-04-01 · Heft 4 (April 1898) · p. 228

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
4 (1898)
Issue
Heft 4 (April 1898)
Article
[Ohne Titel]
Date
1898-04-01
Page
228 (sequence 1)
Language
German
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228 Uer-msrmchrichten. In Heft 2 dieser Zeitschrift berichteten wir, daß am 3V. Januar d. I. daS Postamt Darmstadt «ine mit Bleistift an den jüdischen „Kaufmann Krämer, per Adresse Trier, Eisenhandlung", gerichtete Postkarte beförderte, welche keinen Text, sondern nur eines der Juden« hetzbilder des Köln. Hofs in Frankfurt a. M. aufwies. Am 10. März d. I. wurde einem anderen jüdischen Bürger Darmstadts eine aus Offenbach abgesandte ähnliche Postkarte mit einer Ansicht des Köln. Hofs übermittelt, welche die ziemlich groß gedruckte Unterschrift trug: „Neu-Jerusalem am fränkischen Jordan". Der Vorstand des Central- VereinS fügte beide Karten einer Eingabe an den Staatssekretär des Reichspostamts, General-Lieutenant von P o d b i e l s k i bei und empfing bald darauf die Mittheilung, daß diese Eingabe der Kaiserlichen Ober-Po st direktion in D a r m st a d t zur Erledigung übersandt worden sei. Diese Behörde ertheilte am 16. April den nachstehenden Bescheid: Die anliegenden beiden illustrierten Postkarten gehören nach den Bestimmungen der Postordnung allerdings zu denjenigen Postkarten, die mit Rücksicht auf ihre beleidigenden Abbildungen von der Postbeförderung ausgeschlossen sind. Da es aber den Postanstalten bei der äußerst knapp bemeffenen Zeit, während welcher oft große Massen von Postsendungen zur Absendung bezw. Bestellung fertigzustellen sind, unmöglich ist, alle Postkarten auf ihren Inhalt zu prüfen, so vermögen wir anläßlich der unterbliebenen Beanstandung der beiden Karten den betheiligten Beamten einen Vorwurf nicht zu machen. Sie sind indessen ermahnt worden, derartigen Karten in Zukunft ein verschärftesAugenmerk zuzuwenden. Uebrigens konnten aus der Aufschrift der beiden Postkarten Unbetheiligte eine beleidigende Absicht kaum herleiten, und auch die Abbildung auf der Rückseite der aus Offenbach herrührenden Karte erfordert eine sehr genaue und eingehende Besichtigung, um den beleidigenden Inhalt zu erkennen. An den Central-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens in Berlin, NW. Karlstr. 26, II.

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