Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- Heft 4 (April 1898)
- Article
- Breslau
- Date
- 1898-04-01
- Page
- 220 (sequence 2)
- Language
- German
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220 Im deutschen Reich vierung des Wohnhauses des Genannten beim Ausschachten von Erde menschliche Knochen aufgefunden worden; man nähme einen Mord und Vergrabung des Leichnams an Ort und Stelle an und der Jude habe sofort nach Kenntnißnahme eine weitere Ausschachtung untersagt. Auf Grund dieser Anzeige fand seitens des Amtsgerichts Tost am 13. d. M. in Langendorf ein Lokaltermin statt, zu welchem di« bei dem Bau beschäftigten Arbeiter geladen waren und der zu folgenden Resultaten führte: Die von den Arbeitern aufgefundenen kleinen Knochenstücke werden nach dem ärztlichen Gutachten als nicht von einem Menschen herrührend bezeichnet, anders geartete Knochenstücke, wie die vorgelegten, sind nach Aussage der Arbeiter überhaupt nicht vorgefunden worden. Herr Translateur hat von der Auffindung der Knochen überhaupt keine Kenntniß gehabt, mithin habe er auch ein Verbot der weiteren Ausschachtung nicht erlasien. Thatsächlich sind auch die Arbeiten nicht unterbrochen, sondern fort» gesetzt worden. Seitens der königl. Staatsanwaltschaft wird jetzt nach dem feigen anonymen Denunzianten eifrig gefahndet." <£, Jnowrazlaw, 2. April. Auf dem letzten Kreistage ist von den Kreisständen einstimmig beschlossen worden, den 1879 verstorbenen Kaufmann Michael Levy durch Anbringung einer Gedenktafel an seinem Geburtshause zu ehren. Die „Bromberger Zeitung" schrieb von dem Verstorbenen: „Er vereinigte mit rastloser Thätigkeit «ine hohe Bildung und umfassende Gelehrsamkeit. Unvergessen ist in Stadt und Land Jnowrazlaw die von ihm gegeben« erste Anregung zum Ausschluß der dort lagernden Salzschätze und zur Entwickelung des nunmehr reich verzweigten Verkehrssystems. Seiner Anregung folgten die ersten Schritte für die Entwickelung von Handel und Industrie in Kreis und Stadt. Für den Bau der Eisenbahn, für die Schiffbarmachung der Netze ist er mit zäher Thatkraft eingetreten, bis diese Ziele erreicht waren. Bis zu seiner letzten Lebensstunde war sein Streben dahin gerichtet, seiner engeren Heimat, seinem Vaterlande und der Menschheit zu dienen." 4« Rogasen, 9. April. An der hiesigen Langenmayerschen höheren Mädchenschule, an welcher einschließlich der Vorsteherin fünf Lehrerinnen fungieren, sind jetzt zwei von hier gebürtige jüdische Lehrerinnen, Frl. Selma Veilchenfeld und Frl. FannyJastrow, angestellt worden. chst Neumark i. W.-Pr., 18. April. Wie in dem „Graudenzer Geselligen" der „Thorner Preffe" u.' a. Blättern berichtet wurde, sollte der hiesige Geschäftsverkehr an den Markttagen Anlaß zu einer Gerichtsverhandlung vor dem Schöffengericht gegeben haben, das in