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Im deutschen Reich · 1898-03-01 · Heft 3 (März 1898) · p. 161

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
4 (1898)
Issue
Heft 3 (März 1898)
Article
Dresden
Date
1898-03-01
Page
161 (sequence 2)
Language
German
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Korrespondenzen. 161 Zur Verhandlung waren verschiedene Beamte und der Direktor der „Dresdner . Straßenbahn" geladen. Der Gerichtshof nahm in die Geschäftsbücher Einsicht und überzeugte sich, daß das Abonnement an dem erwähnten Tage richtig bewirkt worden war. Der Vorsitzende, Amtsgerichtsrath Bockwitz, bahnte hierauf den Vergleich an, daß der Kläger seinen Strafantrag zurückziehen möge, gegen die Erklärung des Beklagten, daß die bezüglichen Notizen in den Nummern 337 und 341 der „Deutschen Wacht" auf Unwahrheit beruhen. Kläger erklärte sich hiermit einverstanden, jedoch mit der Bedingung, daß ihm die Befugniß zustünde, die vom Beklagten schriftlich gegebene Erklärung zum zweimaligen Abdruck im „Dr. Anzeiger" bringen zu lassen. Hierauf gingen die Parteien ein. A Leipzig, 8. März. Im Alter von 77 Jahren verschied hier ein hochgeachtetes Mitglied unseres Central - Vereins, der vielfach verdiente erste Vorsteher der Leipziger Religionsgemeind r, Bankier Alexander Werthauer. Dem „Deutsch-Israelitischen Ge» meindebund",- den er mitbegründete, gehörte Werthauer als Ausschußmitglied bis zu seinem Tode an. München, 16. März. Für gestern Abend hatte Ludwig W e n g g ein Referat über „die Ziele und Forderungen der bayerischen Reformpartei" in einer „öffentlichen Versammlung" angekündigt. Als sich endlich etwa zwei Dutzend Zuhörer eingefunden hatten, ergriff Wengg um Y210 Uhr das Wort zur Entwickelung seines agrarischradikal-antisemitischen Programms. Eine die jüdischen Richter betreffende Stelle seiner Rede streifte hart an die Grenze des gesetzlich Zulässigen. Nachdem Redakteur Zugschwert über seine angeblichen Erfolge in Niederbayern gesprochen hatte, zog Wengg gegen die „Fudenpresse" wegen ihrer „verleumderischen" Angriffe auf Ahlwardt los und drückte schließlich die Ueberzeugung aus, daß das demnächst zu verkündende Urtheil in Sachen zweier Würzburger Blätter gegen ihn selbst ein freisprechendes sein werde. Karlsruhe, 20. März. In der Sitzung der badischen zweiten Kammer wurde am 17. d. Mts. dem Minister E i s e n l o h r der Vorwurf gemacht, daß er, statt über den Parteien zu stehen, die nätionalliberale Partei durch Reden und durch Anordnungen, begünstige, welche die ihm unterstellten Beamten stramm bei der Wahl befolgt hätten. Darauf erwiderte der Minister, er habe bezüglich der Wahlen keinerlei Anordnung getroffen. Daß die meisten Oberamtmänner liberaler Ansicht seien, wiffe und wünsche er. Es gehöre auch zu den Aufgaben der Regierung, gewisse Parteien, zu welchen besonders die Sozialdemokraten und Antisemiten (!)

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