Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1898)
- Article
- S. S., Dresden
- Date
- 1898-02-01
- Page
- 112 (sequence 1)
- Language
- German
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112 3m deutschen Reich. S. S., Dresden. Der Zweifel, den Sie in den Bescheid setzten, welchen wir im letzten Dezemberheft Herrn K. M. in Frankfurt a. M. ertheilt haben, hat uns veranlaßt, in Karlsbad eingehende Erkundigungen einzuziehen. Dies erschien um so mehr geboten, als eine weitere Verbreitung der irrigen Annahme, daß Karlsbad antisemitisch verseucht sei, die zahlreichen dortigen jüdischen Grundstücksbesitzer weit mehr geschädigt haben würde als die jugendlichen Mitglieder des „arisierten" Karlsbader Turnvereins. Aus b e st e r Quelle haben wir erfahren, daß die. osfiziellen Persönlichkeiten der Stadtverwaltung in Karlsbad sich sehr entschieden dagegen verwahren, daß man ihnen Antisemitismus vorwirft; sie versichern vielmehr, stets bemüht zu sein, jede Uneinigkeit zu verhüten oder zu schlichten. Die Artikel der „Karlsbader Ztg." haben uns von dem Gegentheil nicht überzeugt; wir glauben vielmehr mit Bestimmtheit, daß die jüdischen Badegäste in Karlsbad nicht die geringste Unannehmlichkeit zu befürchten haben, sondern nach wie vor willkommen sein werden. Sollten Sie daran zweifeln, so holen Sie selbst noch genauere Erkundigungen bei den Herren Rabbiner Dr. Ziegler, Kultusvorsteher. Ludwig Moser, Dr. Ruff, Direktor S. Müller, Bankiers Alfred Schwalb und Gottlieb Lederer und anderen angesehenen Karlsbader Glaubensgenossen ein, welche sicher Ihr* Bedenken zerstören werden. G. H., Leipzig. In der Ihnen im Januarheft ertheilten Auskunft hatten wir einen Vorfall aus Weimar nach einem Bericht der „Deutschen Wacht" geschildert. Wie uns aber von vertrauenswerther Seite nachträglich mitgetheilt wurde, gehörte das. von Herrn Kaufmann Klar zerrissene Exemplar der „Deutschsozialen Blätter" gar nicht dem Wirthe, der deshalb auch gar nicht daran gedacht hat, wegen Beschädigung seines Eigenthums klagbar zu werden. Das Blatt war vielmehr von Mitgliedern des „Deutschen Vereins" dem „Ulk" beigeheftet und von Herrn Klar als herrenloses Eigenthum angesehen worden. I. L. München. In verschiedenen Blättern wurde auf Grund eines in den „Gronauer Nachrichten" veröffentlichten Briefes des Herrn JuliusMendel mitgetheilt, daß diesem von einer größeren Firma die Gründung einer Filiale mit dem Zusatz angeboten worden sei: „Ein ansehnliches tüchtiges junges Mädchen mit einer Mitgift von 7000 Mk. kann ich Ihnen dann gleichfalls dabei mitliefern." Die an diese Notiz mehrfach geknüpften antisemitischen Bemerkungen waren mindestens verfrüht. Wie uns aus Osnabrück mitgetheilt wurde, hat die dortige Firma A. L i n d e n b e r g am 25. Januar Nachstehendes veröffentlicht: „In Veranlassung des in Nr. 6 der „Gronauer