Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1898)
- Article
- Die deutsche Flotte und die jüdischen Reichstagswähler [Rezension]
- Date
- 1898-01-01
- Page
- 63 (sequence 2)
- Language
- German
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Bücherschau. 63 innern, daß wir auch da sind, wenn deutsche Schiffe in achtunggebietender Zahl und Größe im Mittelmeer vorhanden wären. Welch* ein glänzendes Neu-Deutschland könnte sich auf diesen Stätten einer uralten Kultur erheben! Die glücklichsten Aussichten für das veutsche Volk eröffnen sich, wenn es ihm vergönnt wäre, ein uns ^o nahegelegenes Land der Kultur zurückzugewinnen, und für den Strom der jüdischen Auswanderung gäbe es dort ganz andere Hoffnungen als unter dem Regiment der Türken, dem jede Kraft, sei es zu nützen, sei es zu schaden, fehlt. Aber nur, wenn Deutschland auf dem Meere herrscht, sind solche Pläne mehr als Luftschlösser." So weit der Verfasser! Getreu den Grundprinzipien unseres Centralvereins, welcher dem politischen Parteigetriebe fern sich hält, wollen wir die Frage nicht entscheiden, ob der deutsche Wähler sich ür oder gegen die Flottenvorlage entscheiden soll; aber dagegen wollen wir uns verwahren, daß für den jüdischen Wähler andere Motive maßgebend sein können und sollen als für die evangelischen undkatholischen Wähler. Wer der Meinung ist, daß eine Verstärkung der Flotte die wirthschaftliche Lage des Vaterlandes zum Vorteil verändern werde, der trete für die Vorlage ein, mag „Neu-Deutschland in Kleinasien" dem deutschen Antisemitismus ein Ende machen oder nicht. Wer aber glaubt, der Auffassung „der höchsten staatlichen Autorität, die von den tüchtigsten Sachverständigen berathen ist" sich nicht unterordnen zu können, der lasse sich — sei er Jude oder Christ — durch den Vorwurf des Nörglers und die Ungnade maßgebender Stellen in seiner Ueberzeugung nicht wankend machen. Man gebe es doch endlich einmal auf, von den Juden zu verlangen, daß sie ihr Thun und Handeln nicht mehr unbefangen nach objektiven Erwägungen, sondern lediglich danach einrichten, wie sie sich den Machthabern am wenigsten unangenehm machen. Die Antisemiten mögen die Begriffe von böse und gut in semitisch und arisch umwerthen —, Gott schütze uns vor unsern Freunden, die uns rathen, wir sollten unser Handeln und unsere Ueberzeugung so einrichten, daß wir unseren Feinden am wenigsten mißfallen. E. F. beschichte der jüdischen Aerzte. Ein Beitrag zur Geschichte der Medizin. Von Or. R i ch a r d Landau. Verlag von S. Karger, Berlin. In einem „Zur Organisation des ärztlichen Standes" überschriebenen Leitartikel der „Deutschen Tageszeitung" vom 13. Oktober d. I. lesen wir: „In vielen Kreisen glaubt man, daß eines der sichersten Mittel, die Verhältnisse des Aerztestandes wieder ge-