Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1898)
- Article
- M. K. Breslau
- Date
- 1898-01-01
- Page
- 61 (sequence 2)
- Language
- German
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Briefkasten der Redaktion. 61 Ilschner von Halle a. Saale, Inhaber eines Gummiwaarengeschäfts an der Neuhauser Straße, um sich wegen Verbrechens wider,die Sittlichkeit zu verantworten. . . . Der jüdische L ü st l i n g war an seiner Entdeckung selbst schuld, weil er auf der Kegelbahn mit seinen schweinernen Liebesabenteuern renommierte. Urtheil: 2 Jahre 6 Monate Zuchthaus, 10 Jahre Ehrenverlust und sofortige Verhaftung." — Auf unsere sofortige Anfrage in München erfolgte der Bescheid: „Oskar Jlschner ist nicht Jud e," wie in der „Münchener Freien Presse" festgestellt wurde und darauf auch das „Bayerische Vaterland" (Nr. 13, S. 3) zugeben mußte. Bei der nächsten „schweinernen" Verhandlung macht sicher trotzdem Herr Dr. Sigl wiederum den Verurtheilten, gleichviel welcher Konfession derselbe ist — zum Juden. Das gehört bei ihm zum Geschäft! L. C. Essen a. N. Wir danken Ihnen für die Uebersendung der beiden Exemplare der in Johannesburg erscheinenden „Süd- Afrikanischen Zeitung" vom 20. November und 4. Dezember 1897, in welcher u. A. eine die jüdischen Dörfer in Palästina wohlwollend besprechende Notiz des „Globus" abgedruckt war. Besonders interessierte uns aber der von kerndeutscher Gesinnung zeugende Bericht über die Einweihung der deutschen Freimaurer-Loge „Kaiser Friedrich" zu Johannesburg, zu deren Beamten u. A. Ihr früherer Mitbürger H u t h zählt, sowie nachstehende Mittheilung aus Pretoria: „Am Mittwoch (1. Dezember) legte die jüdische Gemeinde in Pretoria unter großen Feierlichkeiten den Grundstein zu einer neuen Synagoge. Die Behörden, Geistlichkeit und Privatleute aller Konfessionen betheiligten sich an der für Pretoria denkenswerthen Feier. Dem Plan nach wird das neue Gotteshaus der sehr schönen Berliner Synagoge in der Oranienburger st raße ähnlich sein. Aldermann Solomon aus Johannesburg, der unter zündenden Worten die Feierlichkeit der Grundsteinlegung vollzog, wurde mit einer silbernen Kelle beschenkt. Rabbiner Harris aus Johannesburg hielt die Weiherede." M. L. Dresden. Die von dem bekannten Bilderbogenfabrikanten F. W. Glöß fabrizierten jämmerlichen „Z i o n i st e n-P o st k a rt e n" kennzeichnen nicht nur die Denkart Ihres würdigen Mitbürgers, sondern beweisen auch, daß es den Antisemiten nicht einmal die Zionisten Recht machen, die doch die sogenannte Judenfrage im Sinne unserer Gegner lösen möchten. Von den politischen Bilderbogen des Herrn Glöß sagte der Abg. Lenzmann am 19. d. M. im Reichstage mit vollstem Recht, daß sie geeignet seien, das Sittlich keitsgefühl zu verletzen!