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Im deutschen Reich · 1898-01-01 · Heft 1 (Januar 1898) · p. 59

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
4 (1898)
Issue
Heft 1 (Januar 1898)
Article
A. B. Berlin
Date
1898-01-01
Page
59 (sequence 2)
Language
German
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Briefkasten der Redaktion. 59 neu verzeichnet wurde. An die Stelle des Herrn Winterfeldt wurde zufällig nicht ein Jude, oder wie sich die „Staatsbürger- Zeitung" geschmackvoll ausdrückt, ein „Börsenjude", sondern ein Christ unzweifelhaft arischer Abstammung, nämlich Herr Bankier Eugen Schlieper, gesetzt. Dies zur Steuer der Wahrheit! Nach konfessioneller Seite ist bei den Aeltestenwahlen niemals gefragt worden; es handelte sich stets nur um Tüchtigkeit, Fleiß und die Stellung, die der betreffende Kandidat in den jeweiligen die Kaufmannschaft interessierenden brennenden Fragen eingenommen hatte. Bezüglich des Seitenhiebs der „Staatsbürger-Zeitung" auf die Beziehungen der Deutschen Genossenschafts-Bank Sörgel, Parrisius & Co., deren Direktor Herr Weil! ist, verdient es erwähnt zu werden, daß der von der „Staatsbürger-Zeitung" selbst als „angesehener Finanzmann" bezeichnete Herr Justizrath Winterfeldt ein naher Verwandter des Herrn Parrisius ist. Im Uebrigen sind auch die meisten anderen Ausführungen des Artikels unzutreffend. So hat z. B. Herr Direktor W. als stsllv. Vorsitzender des Aufsichtsrathes in der Butzke-Generalversammlung die- Verhandlungen geleitet, sich also nicht gedrückt und einen frühen Sommerurlaub angetreten. Das bemängelte Geschäft mit Herrn v. Westernhagen ist nicht zwischen diesem und Herrn Weill als Privatgeschäft abgeschlossen worden, sondern als ein Geschäft der „Deutschen Genossenschaftsbank", deren ständiger Kunde damals im Jahre 1889 Herr v. W. war und mit welcher dieser im regulären Kontokurrent-Verkehr stand. Am 30. Dezember kam die „Staatsbürger-Ztg." nochmals auf ihre früheren Behauptungen zurück und fügte hinzu: „Nach der Correspondenz der Aeltesten der Berliner Kaufmannschaft sind bei den in der Sitzung dieser Körperschaft vom 37. d. M. vorgenommenen Ergänzungswahlen zum Ehrengericht der Berliner Börse gewählt worden: die Aeltesten Arnhold, Behrens, Dr. Siemens, Schütt, Schwartz als ordentliche, und die Herren Aeltesten Kopetzky, I)r. Martins, Weill als stellvertretende Mitglieder. Bankdirektor Weill ist also in das Ehrengericht der Berliner Börse gewählt worden. Genügt das?" — Wer nicht zu den antisemitischen ,-Coulissenschiebern" gehört, dem wird das allerdings genügen! S. L., Berlin. Wer denunziert? Wenn Sie antisemitische Blätter lesen, kann Ihnen dies nicht zweifelhaft sein. Am 17. d. Mts. schrieb die agrarisch - antisemitische „Deutsche Tages- Zeitung" anläßlich des Wohlthätigkeits-Konzerts, welches in der Lindenstraße-Synagoge unter „gütiger Mitwirkung" des Herrn Professor Joachim, der Kgl. Kammersängerin Fräulein Hiedler, der Herren

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