Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1898)
- Article
- V. K. Berlin
- Date
- 1898-01-01
- Page
- 58 (sequence 2)
- Language
- German
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58 Im deutschen Reich. Herr R., wie er dies seit 3 Jahren bei dieser Gelegenheit alljährlich gethan, eine Ansprache an seine Bezirksgenossen gehalten, welche die humanitäre Bedeutung des Konzerts hervorhob. Wenn man dies von antisemitischer Seite bekrittelt — dann allerdings „hört alles auf". B. C. Berlin. Die „Allgemeine Zeitung des Judenthums" hatte geschrieben: „Geradezu verhängnißvoll wäre es, wenn die Regierung bei einer generellen Neuordnung des jetzigen Zustandes den Grundsatz ausstellen wollte, daß die Schulpflicht für den jüdischen Religionsunterricht erst mit dem zweiten oder dritten Schuljahre anhebe. Hiergegen würden viele. Gemeinden entschieden Verwahrung einlegen. Wir wollenkeinePrivilegien,sondernnurGIeichb e r e ch t i g u n g." Dazu bemerkte die „Deutsche Zeitung" des Dr. F. Lange: „Wir unsrerseits wissen nun vielerlei — von der Wiege des Juden bis zum Kirchhof, auf dem er zu seinen Vätern versammelt zu werden wünscht, wo er nicht „Gleichberechtigung", sondern Privilegien wünscht. Aus dem Pentateuch wissen wir ferner, daß es „n i ch t g u t" sei, den Ochsen und den Esel zusa mmen vor den Pflug zu spannen. Aus demselben, nur aus der mosaischen Fassung herausgehobenen Naturgesetz ist es ein Unsinn, den Deutschen und den Juden in den Rahmen einer allumfassenden Gleichberechtigung zu stellen. Und der preußische Kultusminister denkt sicher deutsch und christlich genug, um diese „religiösen" Anwandlungen der jüdischen Vorkämpfer als höchst politische, bekämpsenswerthe Bestrebungen zu erkennen." — Herr Dr. F. Lange irrt sich. Wir wollen nur Gleichberechtigung mit solchen Leuten, die wahrhaft „deutsch und christlich" denken und deshalb unsere religiösen Gefühle für mehr als „Anwandlungen" halten. Mit Leuten aber, die anders denken, wollen wir gar nicht gleich gestellt sein, „in keinem Falle uns mit ihnen zusammen vor den Pflug spannen lasse n". A. B. Berlin. Der „Hinter d enBörsencoulissen" überschriebene Artikel der „Staatsbürger-Zeitung" vom 16. Dezember v. I. stellte die Dinge thatsächlich auf den Kopf. Die Behauptung, daß man Herrn Direktor Weill an die Stelle des bisherigen Aeltesten Winterfeldr setzen wollte, war völlig ungegründet. Herr Weill und Herr Juftizrath Winterfeldt waren b e i d e. bereits Mitglieder des Aeltesten-Kollegiums. Herr Weill wurde w i e d e r g e w ä h l t, weil er resp. seine Bank nicht in's Terminregister eingetragen ist; Herr Winterfeldt wurde trotz seiner im Uebrigen allgemein anerkannten vorzüglichen Qualifikationen nicht wiedergewählt, weil seine Bank im Terminregister verzeichnet ist und in diesem Jahre wieder