Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1898)
- Article
- W., Berlin, K., Posen, H., Culm
- Date
- 1898-01-01
- Page
- 57 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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57 Briefkasten der Redaktion. 28., Berlin, K., Posen, H., Culm u. s. w. Wir verweisen Sie auf die unter „Vereinsnachrichten" in diesem Hefte mitgetheilte Erklärung, welche der Vor st and des Central-Vereins in der am 10. d. Mts. abgehaltenen General-Versammlung abgegeben und die bei allen Anwesenden Zustimmung gefunden hat. Danach hat der Vorstand die Ueberzeugüng gehabt, daß nach der Fassung der betreffenden Stellen des „Offenen Briefes" („meiner Ansicht nach leider" u. dergl.) völlig deutlich gemacht sei, daß lediglich persönliche Auffassungen des Verfassers vorgetragenwurden. Die freie Meinungsäußerung des Letzteren zu beschränken, lag umsoweniger Veranlassung vor, als es allen Mitgliedern bekannt ist, daß der Vorstand als solcher zu rituellen und dogmatischen Fragen nach keiner Richtung Stellung nimmt. B. K. Berlin. Wie wenig zuverlässig die Berichterstattung der antisemitischen „Staatsbürger-Ztg." ist, beweist gerade die von Ihnen erwähnte „Ein Record!" überschriebene Notiz, in der es heißt: „Der Freisinnige Bezirksverein des Köpnicker Stadtviertels veranstaltete bei Keller in der Köpnickerstr. 96/97 eine Weihnachtsbesch e e r u n g für Arme des 20. Gemeinde-Wahlbezirks. Nachdem der Choral für Harmonium und Harfe „Vom Himmel hoch, da komm' ich her" verklungen war (übrigens vas einzige an den weihnachtlichen Charakter des Festes erinnernde Programmstück), hielt nach dem uns vorliegenden Programm der der jüdischen Gemeinde ungehörige Stadtverordnete L. Roseno w die Festansprache. Ein Jude die Festrede auf einem Weihnachtsfeste. Wenn das nicht „liberal" ist, dann hört alles auf!" — Auch uns hat das Programm Vorgelegen; nach demselben fand aber nicht eineWeihnachtsbescheerung, sondern ein W ohlthätigk e i t s k o n z e r t statt, dessen Ertrag zu einer Weihnachtsbescheerung Armer bestimmt war. Dieses Konzert sollte keinen weihnachtlichen Charakter haben und hat ihn, wie die „Staatsbürger Ztg." bei Besprechung des Programms selbst konstatiert, auch garnicht gehabt. Als Vorsitzender des Bezirks-Vereins des Köpnicker Stadtviertels ha