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Im deutschen Reich · 1898-01-01 · Heft 1 (Januar 1898) · p. 47

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
4 (1898)
Issue
Heft 1 (Januar 1898)
Article
Mayen
Date
1898-01-01
Page
47 (sequence 2)
Language
German
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Korrespondenzen. 47 rufung beim OberlandeSgericht zu Köln eingelegt, welche aber am 13. Dezember 1895 kostenfällig verworfen wurde. Während die Berufung des Herrn R. gegen das schöffengerichtliche Uriheil noch schwebte, hat Herr S. eine Broschüre herausgegeben, welche „der gerichtlich festgestellte Meineid eines jüdischen Millionärs" betitelt war. Gegen die Verbreitung dieser. Broschüre hat Herr R. bei der Kgl. Staatsanwaltschaft' in Koblenz Strafantrag gestellt. Diesem Antrag ist Folge gegeben und Herr S. wegen Beleidigung in Anklagezustand versetzt worden. Die am 2. April 1897 stattgefundene Verhandlung endete mit der Verurtheilung zu 200 Mk. Geldstrafe und Publikation des Urtheils-Tenors in einer Reihe von Zeitungen und zur Tragung aller Kosten. Gegen dieses Urtheil hat S. Revision in Leipzig eingelegt. Das Reichsgericht hob das Urtheil der Strafkammer vom 2. April auf, weil der § 193 nicht richtig gewürdigt worden und verwies die Sache zur nochmaligen Verhandlung an die Strafkammer zu Bonn, wo solche am 26. November 1897 zur Verhandlung kam und der Urtheilsspruch auf den 3. Dezember ausgesetzt war. Das U r t h e i l^ lautete: Simonis wird in eine Geldstrafe von 50 Mk. (im Nichtzahlungsfalle für je 5 Mk. 1 Tag Gefängnißstrafe) verurtheilt. Rosenthal wird die Befugniß zugesprochen, dieses Urtheil auf Kosten des Angeklagten im Jnseratentheile von 8 Zeitungen bekannt zu machen. Die Broschüren werden eingezogen. Die Kosten des Verfahrens werden dem Angeklagten zur Last gelegt. JL Westhofen i. Elsaß, 1. Januar. Bei dem vor einigen Wochen hier stattgefundenen Leichenbegängniß des Rabbiners Lazarus widmete an der offenen Gruft der protestantische Pfarrer Kiefer dem Heimgegangenen einen ehrenden Nachruf, in dem er sagte: „Rabbiner Lazarus war vor mehr denn 35 Jahren mein erster Lehrer im Hebräischen. Zu seinem Rabbinat in Schirrhofen gehörte Bischweiler, wo mein seliger Vater protestantischer Pfarrer war. Mein Vater schätzte die große Herzensgüte, die Liefen theologischen Kenntniffe des Verewigten. Die Religion galt ihm als die Führerin zur Gottesliebe und Nächstenliebe, d. h. zur allgemeinen Menschenliebe. Nicht trennen sollen die Religionen, daß die Menschen sich Haffen und zerfleischen, sondern einigen und verbrüdern." X München, 1. Januar. Am 17. v. Mts. sprachen hier vor einem kleinen Kreise die österreichischen Reichsrathsabgeordneten Mons. Scheicher, Axmann und B i e h o l o w a r e k, die auf Einladung der bayr. Reformpartei hierher gekommen waren. Ihre Ausführungen über die Wiener politischen, wirthschaftlichen und Parteiverhältniffe, die zu Vergleichen mit den deutschen und Mün-

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