Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1898)
- Article
- Eberswalde
- Date
- 1898-01-01
- Page
- 45 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Korrespondenzen. 46 Grabhügel zerstampft und außerdem allerhand beschimpfenden Unfug verübt hatten. Dittmann wurde zu zwei Jahren Gefängniß und zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf zwei Jahre, Wittk' zu acht Monaten Gefängniß und einem Jahr Ehrverlust, Bolz zu einem Jahre und sechs Monaten Gefängniß und Ehrverlust auf zwei Jahre verurtheilt. 0 Potsdam, 18. Januar. Im vorigen Hefte dieser Zeitschrift (Seite 632) wurde mitgetheilt, daß hier ein in antisemitischen Kreisen wohlbekannter Kaufmann zum Stadtverordneten gewählt worden sei, dabei aber nicht erwähnt, daß zu gleicher Zeit der Banquier P i n t u s Bernhard, welcher mehrere Jahre erster Vorsteher der hiesigen Synagogen-Gemeinde war, jetzt zum dritten Male in Potsdam als Stadtverordneter gewählt und ein geführt worden ist. Mit ihm verwaltet seit dem Jahre 1894 der jetzige Vorsitzende des Vorstandes der Synagogen-Gemeinde, Rechtsanwalt Dr. Friedländer, das Amt eines Stadtverordneten und Beide erfreuen sich in der Bürgerschaft sowohl wie in der Stadtverordneten - Versammlung großer Achtung. >> Beuthen, 16. Januar. Von der hiesigen Stadtverordnetenschast wurde I)r. weck. Ri a n n h e i m e r einstimmig zum Vorsteher wiedergewählt. Damit trat derselbe das dreißigste Jahr seiner ununterbrochenen Thärigkeit als Stadtverordnetenvorsteher an. chist Jnowrazlaw, 21. Januar. Zum Vorsitzenden des- Stadtverordneten-Kollegiums in Jnowrazlaw wurde auch diesmal Fabrikbesitzer Julius Levp wiedergewählt. O .Köln, 6. Januar. Unter der Ueberschrist „Biittelstandspoliti!" schreibt die „Köln. Ztg.": „H. G. Erdmannsdörffer, ein Sohn des bekannten Heidelberger Professors, war eine Zeitlang in der antisemitischen Partei publizistisch thätig und stellt nunmehr in dem Schriftchen: „Dem A b g r un b e z u " (Hann.-Münden, Reinhold Weither) den Prozeß dar, wie er über die deutsch-sociale Resormpartei hinausgewachsen ist. Man tritt an eine derartige Arbeit naturgemäß mit einem ungünstigen Norurtheil heran; denn die letzten Jahre haben uns manche aufgeregten und werthlosen Streitschriften bescheert, in denen sich die. Rachsucht und der persönliche Haß der antisemitischen Wortführer gegeneinander in unerquicklicher Weise austoben. Der Verfasser enttäuscht jedoch die Erwartungen in angenehmer Weise; er kennzeichnet die Häupter der antisemitischen Partei zutreffend, aber ohne jene Gehässigkeit, die im Privatleben herumschnüffelt; er schildert die geistige Verarmung und die grundsatzlose Wahlpolitik der Partei und den Entwicklungsgang, der die Gegnerschaft