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Im deutschen Reich · 1897-12-01 · Heft 12 (Dezember 1897) · p. 632

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
3 (1897)
Issue
Heft 12 (Dezember 1897)
Article
Berlin
Date
1897-12-01
Page
632 (sequence 4)
Language
German
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632 3m deutschen Reich. sei daher nur wegen Werfens von harten Gegenständen auf Menschen mit 20 Mark zu bestrafen. Gegen Stephan beantrage er, lediglich damit seine Karriere nicht ganz verdorben werde, keine Gefängnißstrafe, sondern nur eine Geldstrafe von 100 Mark, gegen Witte, der sich von der begreiflichen Wuth habe Hinreißen lasten, 20 Mark Geldstrafe. — Der Gerichtshof erkannte bezüglich des Stephan auf 100 Mark Geldstrafe, bezüglich der Angeklagten Encke und Witte hielt er eine Geldstrafe von je 10 Mark für ausreichend. In dem bekannten Nelly-Kneebs-Prozesse war der Besitzer eines Reitinstitutes, vr. Beermann, als Sachverständiger vernommen worden. Dies veranlaßte die „Staatsb.-Ztg.", ihre Verwunderung darüber auszusprechm und dabei zu bemerken, daß dieser Sachverständige einer aus „ P f e r d e j u d e n " und „Roßtäuschern" zus ammengesetzten Familie angehöre. Das Schöffengericht hatte geglaubt, einen vor Gericht vernommenen Sachverständigen nachdrücklich gegensolcheBeleidigungen schützen zu müssen, und den Redakteur Dr. Bachler zw 400 Mk. Strafe verurtheilt. Bachler legte Berufung ein und stellte mehrere Beweisanträge, die aber am 6. Dezember vom Gericht abgelehnt worden sind. Die Berufung wurde verworfen. Gegen den Oberhofmeister Freiherrn von Mirbach, der wegen Beleidigung Karl Sedlatzek's vom Schöffengericht freigesprochen wurde, ist in der Berufungsinstanz ein neuer Termin auf den 20. Dezember d. I. vor der 8. Strafkammer des Berliner König!. Landgerichts I anberaumt worden. X Potsdam, 1. Dezember. Der in antisemitischen Kreisen wohlbekannte hiesige Kaufmann R. Fröhlich ist mit 316 gegen .146 Stimmen zum Stadtverordneten gewählt worden. Die deutschsoziale Reformpartei wollte denselben auch bei der Reichtagswahl im Wahlkreise Osthavelland als ihren Kandidaten dem konservativen Kandidaten Rechtsanwalt Lüdicke-Spandau gegenüber stellen; sie hat sich neuerdings für den Stadtverordneten Tischlermeister Pauli in Potsdam entschieden, der sich verpflichtete, für den Fall seiner Wahl sich der Fraktion der deutsch-sozialen Reformpartei anzuschließen. Breslau, 1. Dezember. Dem Geh. Regierungsrath und ordentlichen Professor an der hiesigen Universität Dr. Ferd. Coh wurde der Rothe Adler-Orden 3. Klaffe mit der Schleife verliehen. Derselbe hat einst vor 43 Jahren wissenschaftlich nachgewiesen, wodurch der Aberglaube von der H o ft i e n s ch ä n d u n g hervorgerufen worden ist. Durch die Entdeckung des r o t h e n Pilzes auf den

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